Arterien (Aufgaben, Aufbau)

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Arterien regeln den Bluttransport im menschlichen Körper

Arterien gliedern sich nach Funktion und Ortsbestimmung in verschiedene Typen. Diese Faktoren bestimmen den Aufbau der verschiedenen Arten. Mediziner unterscheiden zwischen

  •         muskulären,
  •         elastischen und
  •         gemischten Typen sowie
  •         den Sperrarterien.

Der muskuläre Typ (Arteriae myotypicae) besteht aus kleinen, herzfernen Gefäßen. Als Widerstandsgefäße beteiligen sie sich an der Aufrechterhaltung des Blutdrucks. Sie haben eine glatte Muskulatur, die denselben durch Verengung oder Erweiterung reguliert.

Der elastische Arterientyp (Arteriae elastotypicae) besteht aus großen, im Bereich des Herzens liegenden, Gefäßen. Durch den ruckartigen Herzschlag pulsiert das Blut erheblich. Die elastischen Arterien wandeln den pulsatilen Blutfluss durch elastische Schwingungen in eine kontinuierliche Strömung (Windkesselfunktion) um. Sie schützen Gewebe und Organe vor Blutdruckspitzen. Die Schwingungseigenschaft der Gefäße ist bei Arteriosklerose nicht mehr vorhanden.

Als gemischten Typ bezeichnen Mediziner den Übergang der muskulären zu elastischen Arterientypen. Sperrarterien haben die Möglichkeit, ihr Lumen in hohem Maße zu verengen und bremsen damit den Blutstrom. Sie verfügen über einen spezifischen Aufbau ihrer Aderwand, der eine glatte Muskulatur in Fließrichtung aufweist.

Zu den großen Schlagadern gehören die Hals-, Schädelbasis- und Gesichtsarterie sowie die Wirbel-, Oberarm- und Nierenschlagader. Die größte Arterie und gleichzeitig wichtigste ist die Aorta. Die Hauptschlagader misst im Durchschnitt zwischen 2,5 und drei Zentimeter. Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut ausschließlich vom Herzen weg – anders als Venen, die es ihm zuführen. Im Gegensatz dazu enthalten Arterien im Lungenkreislauf sauerstoffarmes Blut.

Die verschiedenen Pulsadern und ihr Aufbau

Arterien haben im Gegensatz zu Venen dicke, muskelreiche Gefäßwände. Sie verfügen über eine ausgeprägte Schichtung und eine höhere Dehnbarkeit als Venen. Die Aderwand besteht aus drei Schichten, diese sind, gesehen von der Blut führenden Seite:

  1. die Tunica intima. Sie bezeichnet die sehr glatte Gefäßinnenhaut und innerste Zellschicht. Die Plattenepithele sind kleine äußerst flache Zellen, die das Gefäß-Endothel bilden. Hier findet der direkte Kontakt mit dem Blut statt.
  2. Die Tunica media ist die Mittelschicht der Aderwand. Sie ist eine Muskelschicht, bestehend aus einer glatten Muskulatur und feinem Bindegewebe. Diese Schicht ist für die Aktivität des Innendurchmessers, auch als Lumen bezeichnet, verantwortlich. Das Lumen kann sich verengen oder erweitern und damit den Blutfluss regulieren.
  3. Als Tunica externa bezeichnen Ärzte die Gefäßaußenschicht der Schlagader. Sie setzt sich aus elastischen Fasern und Bindegewebe zusammen. Bei großen Gefäßen befindet sich in dieser Schicht die sogenannten Vasa vasorum, die aus kleinen Gefäßen und Nerven besteht.

Aus der Aorta kommen die Arterien

Direkt aus dem Herzen entspringt die Aorta. Sie unterteilt sich in verschiedene Abschnitte. Vor der Aortenklappe im Herzen befinden sich die Herzkranzgefäße. Dies sind Pulsadern, die das Herz versorgen. Die großen Schlagadern des Oberkörpers stammen aus dem Aortenbogen, dem Arcus aortae. Aus der Aorta unterhalb des Zwerchfells kommt die Bauchaorta, die wiederum Arterien hervorbringt. Diese versorgen die Organe im Bauchbereich sowie die Geschlechtsorgane. Am Becken teilt sich die Aorta in die linke und rechte Beckenarterie.

Aufgaben und Funktionen der Gefäße

In erster Linie besteht die Aufgabe der Arterien in der Weiterleitung von mit Sauerstoff angereichertem Blut in die Körperzellen. Der Transport erfolgt unter einem vom Herzen aufgebauten hohen Druck – dem Blutdruck. Die nahe dem Herzen liegenden Gefäße fangen die damit in Zusammenhang stehenden starken Druckschwankungen ab. Die vom Herzen entfernten Arterien senken den Blutdruck, damit dieser die Kapillaren nicht schädigt.

Kapillare sind kleinste Blutgefäße im menschlichen Körper, die ein feines Netzwerk bilden. Sie sind mehrheitlich in den Organen sowie im Gewebe des Körpers enthalten. Das Netzwerk speisen Arteriolen, kleine Pulsadern, die vor den Kapillaren und hinter den Arterien liegen. Die Aufgabe von Kapillaren ist der Transfer von Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff. Es erfolgt ein Austausch, indem die Kapillaren Sauerstoff an das Gewebe abgeben.

Dabei tritt das Blutplasma, die flüssigen Blutbestandteile, in das Gewebe ein. Sobald sich dieser Vorgang abschließt, nennen Mediziner das Plasma Lymphe. Dieses versorgt die Zellen, die nicht an das Blutgefäßsystem anschließen.

Eine rechte und eine linke Arterie befinden sich im Bereich der Lunge. Sie stellen Abzweigungen der aus der rechten Herzkammer hervorgehenden Truncus Pulmonalis, einer herznahen Arterie, auch Lungenstamm genannt. Sie transportieren sauerstoffarmes Blut, das die Kapillaren der Lungenbläschen mit Sauerstoff anreichern. Die zum Lungenkreislauf gehörenden Arterien übernehmen den Transport von sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut.

Behinderungen des Blutflusses im Arteriennetz

Die Arterien sind zuständig und bereit für den Transport des Blutes. Verengte oder verschlossene Gefäße entstehen in der Regel durch die Verkalkung der Arterie. Mit zunehmendem Alter des Menschen verengen sich die Gefäße. Der Mediziner spricht von Arterienverkalkung. Die Ablagerungen in den Arterien schränken den Blutfluss ein oder unterbrechen diesen. Im Extremfall kommt es zu einem Infarkt.

Eine weitere Ursache für den Verschluss der Arterien ist das Blutgerinnsel oder Thrombose. Das zu transportierende Blut beinhaltet Nährstoffe und Sauerstoff. Es kann ausschließlich in flüssiger Form zirkulieren und durch die Gefäße fließen. Wie eine Kettenreaktion läuft der Vorgang der Blutgerinnung ab. Die Thrombose entsteht durch das zu schnelle Gerinnen des Blutes. Es entsteht ein Thrombus in den Gefäßen, den diese weitertransportieren. Die Mehrzahl der Blutgerinnsel lösen sich beim Transport auf. Nicht aufgelöste Blutgerinnsel führen zu einer Embolie und im schlimmsten Fall zum Tod.

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