Alkalische Phosphatase – AP-Blutwerte

Wissenswertes zum AP-Blutwert

Unter dem AP-Blutwert wird der Wert der alkalischen Phosphatase einem körpereigenen Stoffwechselenzym, das in den Organen des Körpers vorkommt. Das Eiweiß trägt im Organismus des Menschen zur Förderung unterschiedlicher biochemischer Reaktionen bei. Ferner existieren im menschlichen Körper in verschiedenen Arealen unterschiedliche Untergruppen dieses Eiweißes. Zu den AP-Blutwerten zählen die Werte im Dünndarm, den Keimzellen sowie in der Plazenta. Ferner kommen auch in den Knochen, den Nieren und der Leber die alkalischen Phosphatasen vor, welche insbesondere für die medizinische Diagnostik von großer Bedeutung sind. Ganz besonders dann, wenn es die Stauung der Gallenwege geht.

AP-Blutwert
Bedeutung des AP-Blutwert Urheber: somkku9kanokwan / 123RF Lizenzfreie

In welchen Fällen der Alkalische Phosphatase-Blutwert bestimmt wird

Der AP-Blutwert stammt zur Hälfte aus den Knochen und zur anderen Hälfte aus der Leber. Bei etwa einem Viertel der Menschheit kommen etwa zehn Prozent aus dem Dünndarm. Bei Schwangeren liegen die Eiweiße teilweise im Mutterkuchen vor. Vom AP-Blut ist immer dann die Rede die Rede, wenn die gesamte Aktivität sämtlicher sich im Blut befindlichen alkalischen Phosphatasen gemeint ist.

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine Erkrankung der Gallenwege, der Leber oder eine eventuelle Knochenerkrankung, wird Ihr behandelnder Arzt den AP-Blutwert bestimmen lassen. Dies geschieht durch eine Blutentnahme. Es werden auch die Konzentrationen der alkalischen Phosphatasen sämtlicher Untergruppen gemessen. Gemessen wird in Units = U pro Liter.

Der normale AP-Blutwert liegt bei

Geschlecht AP-Blutwert
Frauen 13 bis 17 Jahre bis 187 U/l
Frauen über 18 Jahre zwischen 35 bis 104 U/l
Männer 13 bis 17 Jahre bis 390 U/l
Männer über 18 Jahre zwischen 40 bis 129 U/l
Kinder bis 5 Tage bis 231 U/l
Kinder 6 Tage bis 6 Monate bis 449 U/l
Kinder 7 bis 12 Monate bis 462 U/l
Kinder 1 bis 3 Jahre bis 281 U/l
Kinder 4 bis 6 Jahre bis 269 U/l
Kinder 7 bis 12 Jahre bis 300 U/l

 

Der Grund für die Messung des AP-Blutwerts besteht darin, dass es sich hierbei um Enzyme handelt, welche für die Abspaltung der Phosphat-Gruppen von den Molekülen verantwortlich sind. Dabei handelt es sich um Bausteine der DNA oder auch Eiweiße und dergleichen. Insgesamt existieren fünfzehn unterschiedliche alkalische Phosphatasen, die Unterschiede im chemischen Aufbau aufweisen. Diese Enzyme kommen in der Hauptsache in den Gallengängen, dem Dünndarm, den Knochen, der Leber, den Nieren sowie in der Plazenta vor. Von Ihrem Arzt wird die Gesamtheit dieser Enzyme unter der Bezeichnung alkalische Phosphatase bestimmt. Dies ist in aller Regel bei bestehenden Verdachtsmomenten auf Lebererkrankungen oder Erkrankungen der Skelettmuskulatur der Fall.

Sofern der Blutwert vermehrt nachweisbar ist, kann – isoliert betrachtet – noch keine Krankheit diagnostiziert werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund macht sich bei vorliegenden veränderten Werten die Durchführung zusätzlicher Untersuchungen erforderlich. Seitens Ihres Arztes wird der Verlauf der Konzentration des AP-Blutwertes weiterhin überprüft.

 

Mögliche Erkrankungen bei zu niedrigem oder zu hohem AP-Blutwert

Bei einem geringen AP-Blutwert kann ein angeborener Mangel des Eiweißes zugrunde liegen. Weitere Ursachen können in

  • einer Anämie
  • einem Mangel an Protein
  • einem Mangel an Zink
  • Kleinwüchsigkeit
  • Magnesiummangel
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Vitamin C Mangelerscheinung

begründet liegen. Aber auch nach einer Bypass Operation tritt des Öfteren ein verminderter AP-Blutwert auf.

Für einen zu hohen AP-Blutwert können unterschiedlichen Krankheiten verantwortlich zeichnen. Gehäuft tritt bei Jugendlichen, die sich noch in der Wachstumsphase befinden oder bei Frauen während der Schwangerschaft ein erhöhter Wert auf. Allerdings kommen auch verschiedene ernsthafte Erkrankungen hierfür in Frage.

Neben den genannten Erkrankungen der Gallenwege und der Leber führen auch

  • Entzündungen des Gallengangs
  • Gallengangsstau
  • Knochenbrüche
  • Knochenkrebs
  • Morbus Paget
  • Leberkrebs
  • Metastasen des Lebergewebes
  • Niereninsuffizienz
  • Überprodukt den Hormons Parat, welches in der Nebenschilddrüse produziert wird
  • Verschiedene Tumoren bösartiger Natur
  • Mangel an Vitamin D

zu einer Erhöhung der Werte. Darüber hinaus kann aber die Einnahme mancher Medikamente wie beispielsweise dem Gichtmedikament Allopurinol, einigen Mitteln gegen Epilepsie und der Anti-Baby-Pille zu einem erhöhten AP-Blutwert führen. Hohe Werte kommen häufiger vor als zu niedrige Werte. In einigen Fällen werden dieselben in Kombination mit einer Schilddrüsen-Unterfunktion, dem Rathbun-Syndrom oder der selten vorkommenden Erbkrankheit Morbus Wilson beobachtet. Bei dieser handelt es sich um einen gestörten Kupferstoffwechsel.

Behandlung erhöhter AP-Blutwerte

Da ein zu hoher AP-Blutwert in der Regel ein Symptom einer bestimmten Erkrankung ist, kann dieser nicht therapiert werden. Ihr Arzt muss zunächst die eigentliche Krankheit herausfinden, um Ihnen dann eine korrekte Therapie verordnen zu können. Begründet wird ein erhöhter AP-Blutwert in bestimmten, nicht krankhaft bedingten Lebensumständen, wie zum Beispiel der Wachstumsphase oder einer vorliegenden Schwangerschaft. Andererseits kann aber auch eine schwere Krankheit die Ursache hierfür sein. Aus diesen Gründen macht sich eine gründliche Ursachenforschung erforderlich.

Auf keinen Fall sollten Sie mit einer Selbstbehandlung beginnen.

 

Alkalische Phosphatase-Blutwert kurz zusammengefasst

Liegt der Verdacht einer Gallenwegserkrankung oder Erkrankung im Bereich der Leber nahe, bestimmt der Arzt ein AP-Blutbild. Hierbei ist die Rede von alkalischen Phosphatasen, welche ein Enzym im menschlichen Organismus darstellen. Dieses zeichnet für die Förderung verschiedener Reaktionen biochemischer Natur verantwortlich. Im Organismus des Menschen gibt es verschiedene Untergruppen hiervon. Der AP-Blutwert spielt eine maßgebliche Rolle bei der medizinischen Diagnostik. Auch während das Kind sich noch in der Phase des Wachstums oder eine Frau sich in der Schwangerschaft befindet, lässt sich dieser Wert vermehrt im Blut nachweisen. Bei den beiden Letztgenannten handelt es sich allerdings um keine krankhaft erhöhte Konzentration.

 

Quellen:        

Mein Befund. Laboruntersuchung, Dr. H.Woschnagg und Dr. Wolfgang Exel
http://www.grossesblutbild.de/

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne ( Sie dürfen als erster diesen Artikel bewerten.