Lakritze und zu hoher Blutdruck – Bluthochdruck vermeiden!

Gesünder Leben

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Erhöhter Blutdruck durch Lakritze

Lakritze finden Sie in jedem Süßwarenregal. Nur wenige wissen, dass diese Leckerei ihren Blutdruck in die Höhe treibt. Die Inhaltsstoffe führen zur vermehrten Bildung von Wasseransammlungen innerhalb Ihres Körpers, wodurch der Blutdruck ansteigt. In diesem Kontext weist ein Anstieg des Blutdrucks durch Lakritze eine Gefahr für das Herz auf. Warum das so ist, und für welche Personengruppen sich der Konsum von Lakritze nicht empfiehlt, erfahren Sie nachfolgend.

Lakritze kann den Blutdruck erhöhen – eine gefährliche Kombination?

Wasseransammlungen durch den Konsum von Lakritze verursachen laut dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) einen für einige Personengruppen gefährlichen Anstieg des Blutdrucks. Die Wirkstoffe in der Süßigkeit weisen dieselbe Wirkung auf wie Cortisol und Aldosteron. Diese Hormone führen zu einer Behinderung des Flüssigkeitsausgleiches im Körper. Dieser führt zu einer Blutdruckerhöhung.

Welche Grenzwerte gelten für den Lakritzenkonsum?

Bei gesunden Menschen besteht keine Gefahr durch den Verzehr der Lakritze. Selbst, wenn diese längere Zeit größere Mengen einnehmen, treten keine Nebenwirkungen auf. Derzeit fehlen Direktiven zu den Grenzwerten oder Höchstmengen. In vielen Fällen betrachten Mediziner die Grenze von täglich 100 Gramm Lakritz als angemessen. Diese gilt ausschließlich für gesunde Erwachsene.

Schwangere konsumieren vorsorglich die Hälfte. Durch den Verzehr steigt der Cortisolspiegel. Die erhöhte Menge an dem Hormon gelangt direkt zum Kind, da der Mutterkuchen durchlässig ist. Das Stresshormon führt zur Erhöhung der Blutfette und des Blutzuckers. Ein hoher Blutdruck durch Lakritze entsteht. Wissenschaftler nehmen an, dass sich ein dauerhaft zu hoher Cortisolspiegel in den späteren Lebensjahren auf die Stressempfindlichkeit auswirkt.

Lakritze gefährdet das Herz

Im Jahr 2015 sorgte diese Nachricht für Furore: Eine 44-jährige Frau verzehrt eine Tüte Lakritze (200 Gramm) und erlitt fast einen Herzinfarkt. Die Ursache war ein Krampf, den ein Wirkstoff der Lakritze in den Koronargefäßen auslöste. Bei dem Inhaltsstoff handelt es sich um den Süßstoff Glycyrrhizin. Eine Fachzeitschrift dokumentierte den Fall (Deutsche Medizinische Wochenschrift 2015, Band 140/8, Seite 590ff.). Die Annahme, dass Lakritze den Blutdruck erhöht, ist bereits bekannt, seltener treten kardinale Effekte auf, wie im Beispiel der jungen Frau. Seit dem Verzicht auf die Süßigkeit wies die Patientin keinerlei Beschwerden am Herzen auf. Zusätzlich nimmt sie ein blutdrucksenkendendes Medikament ein.

Vorsicht vor Starklakritze!

Generell gilt bei starker Lakritze eine Pflicht für Hersteller einen Warnhinweis auf die Verpackung zu drucken. Bei dieser Form der Lakritze handelt es sich um ein Produkt, dass über 400 Milligramm des Inhaltsstoffs Glycyrrhizin in 100 Gramm enthält. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) empfiehlt die Beschränkung des täglichen Verzehrs an Glycyrrhizin auf maximal 100 Milligramm. Durch die Verengung von Herzkranzgefäßen entstehen in seltenen Fällen akute Durchblutungskrisen innerhalb Ihres Herzmuskels. Hier gilt für alle Personengruppen äußerste Vorsicht beim Verzehr der Lakritze. Menschen mit hohem Blutdruck und koronaren Herzkrankheiten sind besonders gefährdet.

Warum steigert Lakritze den Blutdruck?

Der erhöhte Blutdruck durch Lakritze entsteht durch die Hemmung eines Enzyms. Dabei handelt es sich im das sogenannte 11-Beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 2, (11-BHSD2). Dieses Enzym sorgt im Körper für den Abbau des Hormons Cortisol zum Cortison. Das Stresshormon wirkt bei sehr großen Mengen wie Aldosteron. Dieses Hormon hält Wasser und Natrium in den Nieren zurück. Auf diese Weise steigt das Volumen des Blutes und somit der Blutdruck. Das 11-BHSD2-Enzym befindet sich ebenfalls in den Blutgefäßwänden. Dort beteiligt es sich an der Gefäßdurchmesserregulierung. Tierversuche zeigten, dass eine Hemmung des Enzymes zu einem Gefäßkrampf führt.

Hypokaliämische Hypertonie- ein Sonderfall?

Süßigkeiten enthalten Zucker und sind für Diabetiker mellitus tabu, daher greifen viele Patienten zu Lakritze. Die vermeintlich gesunde Süßigkeit besteht aus Extrakten der Süßholzwurzel und enthält viel Glycyrrhizin. Dieser Inhaltsstoff ist bis zu 50 Mal süßer als herkömmlicher Rohrzucker. Viele Patienten wissen allerdings nichts von den Gefahren, die das Glycyrrhizin und weitere Inhaltsstoffe der Lakritze bergen. Viele Mediziner berichten von sogenannten Lakritzen-Intoxikationen.

Der Konsum der Lakritze führte bei einer 37-jährigen zu Schwindelanfällen, Schwäche, Muskelschwund und Herzrhythmusstörungen. Die Diagnose lautete: Hypokaliämie. Die Ursache war ein täglicher Konsum von lakritzenhaltigen Gummipastillen. Zwei Tüten am Tag führten bei der Patientin zu einer Lakritzenvergiftung. Zu deren weiteren Symptomen Kopfschmerzen, arterielle Hypertonie und Ödeme im Gesicht und an den Fußknöcheln zählen.

Studien gehen davon aus, dass drei Prozent der Bluthochdruckpatienten zu viel Lakritze konsumieren. Mediziner empfehlen Hypotonikern, dringend auf die Süßigkeit zu verzichten. In Dänemark gibt es sogenannte Starklakritze. In Deutschland vertreiben diese ausschließlich Apotheken. Im Urlaub gilt es vorsichtig zu sein, mit dem, was Sie als vermeintlich gesunde Lakritze konsumieren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung mahnt, dass ein Verzehr von mindestens 50 Gramm Starklakritze bereits zu Gesundheitsstörungen führt.

Empfehlungen für Lakritzenliebhaber

Gesunde Personen befürchten keine Nebenwirkungen durch einen zu hohen Konsum von Lakritze. Generell gelten 100 Gramm pro Tag als nicht gesundheitsgefährdend. Ein zu hoher Blutdruck durch Lakritze hält in der Regel nur kurzzeitig an. Er wirkt sich nicht negativ auf Sie aus. Leiden Sie unter hohen Blutdruck auf, verzichten Sie besser auf den Konsum. Gleiches gilt, wenn Sie koronare Herzkrankheiten aufweisen. Ebenso verzichten Sie auf die Süßigkeit bei bekannter Hypokaliämie. Ebenso denkbar sind Wechselwirkungen mit ACE-Hemmern.

Quellen und Literatur:
Kathrin Machalke et al.: „Prinzmetal-Angina nach Lakritz-Konsum.“ In: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2015, Band 140/8, Seite: 590-592.
Online:
https://www.grossesblutbild.de/blutdruck-normal.html
https://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1765_zu-viel-lakritze-kann-das-herz-gef-hrden.html
https://www.aerzteblatt.de/archiv/21599/Pseudohyperaldosteronismus-Lakritzverzehr-mit-Folgen