Kleines Blutbild – Blutwerte verständlich erklärt

Erklärung und Normwerte der Blutuntersuchung

Das kleine Blutbild wird im Rahmen unterschiedlicher Routineuntersuchungen durchgeführt. Insbesondere dann, wenn der Verdacht auf Anämien, Entzündungen, Infektionen, Störungen der Gerinnung oder auf einen Tumor vorliegt.

Ein kleines Blutbild ist aber auch dann erforderlich, wenn ein Arzt eine seltene Blutkrankheit beim Patienten vermutet. Um den Verlauf unterschiedlicher Erkrankungen zu kontrollieren sowie ganz besonders vor der Durchführung von Operationen macht sich die Anfertigung eines kleinen Blutbildes ebenfalls erforderlich.

 ©Blutwerte im Blutbild
kleines Blutbild © Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Welche Werte beim kleinen Blutbild gemessen werden

Ihr Arzt kann bei Bedarf aus relativ wenigen Millilitern Ihres Blutes ein kleines Blutbild erstellen. Damit besteht die Möglichkeit, eventuelle Hinweise auf Störungen im Bereich der Blutbildung oder auch Infektionen zu erhalten. Sofern der Verdacht auf derartige Erkrankungen besteht, wird der Arzt ein kleines Blutbild anfordern. Aber auch bei bevorstehenden Operationen macht eine entsprechende Untersuchung des Blutes Sinn. Anhand der aus dem kleinen Blutbild gewonnenen Werte ist eine rechtzeitige Erkennung und sofortige Reaktion auf abweichende Werte möglich.

Macht sich ein kleines Blutbild erforderlich, werden die nachfolgenden Werte bei Ihnen vom Arzt gemessen:

  • Anzahl der Blutplättchen – Thrombozyten
  • Anzahl der weißen und roten Blutzellen – Leukozyten und Erythrozyten
  • Konzentration des Hämoglobin innerhalb eines Erythrozyten im Durchschnitt
  • Höhe der Konzentration vom roten Blutfarbstoff
  • Menge von Hämoglobin in einem Erythrozyten
  • Prozentualer Anteil von Blutzellen im Blut
  • Volumen einer roten Blutzelle im Durchschnitt

Nachfolgende Werte für Frauen und Männer entsprechen den normalen Werten für ein kleines Blutbild:

Normwerte fürFrauenMänner
Erythrozytenvon 3,9 bis 5,3 Mio./ µlvon 4,3 – 5,7 Mio./ µl
Leukozytenvon 3800 bis 10500 µlvon 3800 bis 10500 µl
Thrombozytenvon 140.000 bis 345.000 µlvon 140.000 bis 345.000 µl
Hämatokrit Hktvon 37 bis 48 %von 40 bis 52 %
Konzentration an Hämoglobin Hb12 – 16 g/dl13,5 – 17 g/dl
MCHvon 28 bis 34 pgvon 28 bis 34 pg
MCHCvon 33 – 35 g/dlvon 33 bis 36 g/dl
MCVvon 85 – 95 flvon 85 – 95 fl

pg = Pikogramm je Zelle fl = Femtoliter (Quelle: Grosses Blutbild  Dr. Harald Stephan auf www.grossesblutbild.de)

 

Was zu hohe oder zu niedrige Erythrozyten-, Leukozyten- und Thrombozyten-Werte beim kleinen Blutbild bedeuten

Stellt der Arzt bei Ihrem kleinen Blutbild zu niedrige Erythrozyten-Werte fest, könnte dies auf eine Blutarmut oder auch eine Überwässerung hinweisen. Zu hohe Werte hingegen treten beispielsweise bei einer Austrocknung oder auch bei vorliegenden Erkrankungen im Bereich der blutbildenden Zellen innerhalb des Knochenmarks auf.

Weist ein kleines Blutbild eher geringe Leukozyten-Werte auf, könnten dem Autoimmunerkrankungen, Knochenmarks- oder Krebserkrankungen sowie Virusinfektionen zugrunde liegen. Zu hohe Werte dagegen deuten auf eine Leukämie oder andere Infektionskrankheiten hin. Ferner können dafür auch körperliche Belastungen, Rauchen, eine Schwangerschaft, zu viel Stress oder verschiedene Medikamente wie zum Beispiel Kortison zu erhöhten Werten führen.

Zeigt Ihr kleines Blutbild zu niedrige Thrombozyten-Werte, können hierfür Erkrankungen der Blutzellen und –gefäße, der Nieren, Störungen der Blutbildung oder auch spezifische Formen einer Blutarmut verantwortlich zeichnen. Sind die Werte erhöht, besteht die Möglichkeit einer vorliegenden Erkrankung der blutbildenden Zellen innerhalb des Knochenmarks.

 

Was zeigen zu niedrige oder zu hohe Hämoglobin- oder Hämatokrit-Werte?

Lässt ein kleines Blutbild auf eine Verminderung der Hämoglobin-Werte schließen, liegt möglicherweise eine Anämie oder Überwässerung vor. Aber auch eine Schwangerschaft lässt diesen Wert herabsinken. Erhöhte Werte lassen den Schluss auf eine starke Vermehrung von Blutzellen oder auf eine Austrocknung zu. Neben Erkrankungen des Herzens, der Lunge und Nieren lässt auch starkes Rauchen diese Werte ansteigen.

Was drücken zu geringe oder erhöhte MCH-, MCHC- und MCV-Werte beim kleinen Blutbild aus?
Zeigt Ihr kleines Blutbild zu niedrige MCH-Werte, liegen Anzeichen für eine Mangel am Vitamin B6, Eisen und Kupfer nahe. Bei erhöhten MCH-Werten besteht die Möglichkeit einer Unterversorgung mit Vitamin B12 oder Folsäure.

Erniedrigte MCHC-Werte im kleinen Blutbild weisen auf einen vorliegenden Kupfer- oder Eisenmangel hin, während zu hohe Werte eher auf einen Mangel des Vitamins B12 hinweisen.

Verringerte MCV-Werte des kleinen Blutbildes können Hinweise auf einen Vitamin B6- oder Eisen-Mangel, aber auch eine Infektion sein. Sind dahingegen Ihre MCV-Werte zu hoch, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie an einer chronischen Lebererkrankung oder Alkoholsucht leiden.

 

Erläuterung der weiteren Begriffe und Abkürzungen des kleinen Blutbildes

Damit Sie Ihr kleines Blutbild – sofern Sie den Befund einmal in die Hand bekommen – besser deuten können, folgen hier die Erläuterungen der eingetragenen Begriffe und Abkürzungen.

Im kleinen Blutbild werden alle Werte der im Blut vorkommenden Zellbestandteile und Zellen angezeigt. Bei der Untersuchung werden die Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten sowie der Hämatokrit kontrolliert. Im Zusammenhang mit den Erythrozyten-Werten spielt Hämoglobin – der rote Blutfarbstoff – eine bedeutsame Rolle, wenn es um die Diagnostik von Erkrankungen geht. Aus diesem Grunde gehört die Bestimmung der Konzentration des Hämoglobins mit zum kleinen Blutbild. Bei einem geringen Wert des Hämoglobins deutet dieser auf eine Blutarmut hin.

Beim MCH-Wert wird das Verhältnis des Hämoglobins zur Erythrozyten Zahl beschrieben. Angezeigt wird hierbei die Höhe des Gehalts vom Hämoglobin in einem roten Blutkörperchen im Durchschnitt.

Beim Laborwert MCV dagegen handelt es sich um das Verhältnis des Hämotokritwerts zur Erythrozyten Zahl. Dieser entspricht durchschnittlich dem Volumen roter Blutkörperchen.

Der MCHC-Wert gibt die Hämoglobinmenge des durchschnittlichen Erythozytenvolumens wieder.

Sämtliche hier genannte Blutwerte innerhalb eines kleinen Blutbildes finden zwecks einer genaueren Diagnostik einer Anämie Verwendung. Dabei werden diese stets gemeinsam betrachtet. Maßgeblich ist aber auch die Anzahl an Leukozyten. Sofern sich hier Auffälligkeiten bemerkbar machen, wird nicht selten zusätzlich ein großes Blutbild angefordert. Neben der Anzahl der Thrombozyten kann hier auch das Volumen – der MPV-Wert – eine entscheidende Rolle bei der Diagnosestellung unterschiedlicher Erkrankungen spielen. In den meisten Fällen steht eine verringerte Thrombozyten Zahl mit einem hohen Volumen im Zusammenhang.

 

Kurze Zusammenfassung der Bedeutung des kleinen Blutbildes

Im Allgemeinen erstellt der Arzt ein kleines Blutbild, sofern der Verdacht auf eine mögliche Mangelerscheinung, Entzündung oder Erkrankung vorliegt. Ferner kann er den Gehalt an roten und weißen Blutkörperchen sowie der vorhandenen Blutplättchen in Ihrem Blut erkennen. Mithilfe des kleinen Blutbildes kann sich der Mediziner einen guten Überblick über die einzelne Zellen im Blut und deren Verhältnis zueinander machen.

 

Quelle:
http://www.grossesblutbild.de/blutwerte