Immer müde und Antriebslos – gesundheitliche Ursachen

Wenn Müdigkeit und Antriebslosigkeit zum Dauerzustand werden

Immer müde und antriebslos – dieser lähmende Zustand kann viele verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind Schlafmangel oder erste Anzeichen eines chronischen Erschöpfungssyndroms.

Auch eine Vielzahl von Krankheiten kann Betroffene dauerhaft müde und antriebslos sein lassen. Ein besonders quälendes Symptom, vor allem wenn Erinnerungen an vitale, agile Zeiten aufzeigen, wie sehr Müdigkeit und Antriebslosigkeit die Lebensqualität beeinflussen.

Konzentrationsschwäche im Büro
Müdigkeit und Konzentrationsschwäche im Büro überwinden – Urheber: dolgachov / 123RF.com

Immer müde und antriebslos – Faktenblock:

  • Müdigkeit ist ein Signal des Körpers, dass etwas fehlt: Schlaf, Essen und/oder Trinken, Sauerstoff, Bewegung, Genesung bei Krankheit, Lösungen für psychische Probleme
  • Ungewohnt hartnäckige und dauerhafte Müdigkeit sind wie ein Krankheitssymptom zu betrachten und sollten von Betroffenen ernst genommen werden
  • Bei dauerhafter Müdigkeit und Antriebslosigkeit sollten Betroffene das Gespräch mit dem Hausarzt suchen
  • Die Ursachen für eine langanhaltende Müdigkeitsphase sind vielfältig und müssen genau differenziert werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen

Warum bin ich Müde und Antriebslos?

Meistens liegt der Grund für Müdigkeit am Tag auf der Hand: Wir haben zu wenig oder schlecht geschlafen oder hatten am Vortag einen anstrengenden Tag.

Auch ausgedehntes, hartes Training und ausführliche sportliche Einheiten können uns am Folgetag müde und antriebslos sein lassen. Auch ein üppiges Mittagessen lässt uns vorerst müde und antriebslos werden, das Denken fällt schwer und die Lust auf Bewegung verstreicht.

Stattdessen möchten wir lieber die Augen schließen und uns Ruhe gönnen. Langes Sitzen in einem Raum, der nicht gut gelüftet ist oder zu wenig Essen und Trinken lässt Menschen ebenfalls müde und antriebslos werden.

Auch ein Infekt, der in den Startlöchern steht oder das dauerhafte „Chillen“ auf der Couch lässt uns müde werden.

In diesen Fällen können Betroffene selbst schnell Abhilfe schaffen: Ein Fenster öffnen, ausreichend trinken, eine Runde um den Block drehen oder ein kurzes Nickerchen einlegen. Sicherlich kennt jeder auch diese angenehme Müdigkeit etwa nach dem Sport oder eine Wanderung im Freien.

Müdigkeit ist somit ein Signal unseres Körpers, dass etwas fehlt: Schlaf, Nahrung, Sauerstoff, Bewegung, Genesung bei Krankheiten. Aber auch psychische Belastungen in Job oder Partnerschaft, familiäre Konflikte oder ein als zu groß empfundenes Verantwortungsgefühl können Betroffene müde und antriebslos werden lassen.

Wenn Müdigkeit und Antriebslosigkeit zum Dauerzustand werden

Sind Müdigkeit und Antriebslosigkeit ein empfundener Dauerzustand sollten diese Symptome sehr ernst genommen werden. Dies gilt auch dann, wenn Betroffene ein vermeintliche Erklärung für diesen Dauerzustand wie starke Belastung am Arbeitsplatz oder Stress in der Partnerschaft haben.

Ungewohnt hartnäckige und dauerhafte Müdigkeit sind dann wie ein Krankheitssymptom zu betrachten. Einen Arzt sollten Betroffene in jedem Fall konsultieren wenn:

  1. Der Schlaf seit mehreren Nächten unabhängig von der Dauer als nicht erholsam empfunden wird
  2. Wache, aktive Phasen im Alltag ausbleiben, die Müdigkeitsphasen ablösen
  3. Erholung, Bewegung und Schlaf die Müdigkeit nicht beheben können
  4. Müdigkeit und Antriebslosigkeit halten länger an, als Betroffene es gewohnt sind
  5. Das Eintreten extremer Müdigkeit tritt auf, ohne dass zuvor größere Anstrengung erfolgt ist
  6. Müdigkeit belastet den Alltag des Betroffenen und sorgt für Einschränkungen
  7. Die Müdigkeit einen Leistungsabfall nach sich zieht
  8. Die Müdigkeit von weiteren Symptomen wie Fieber, Schwellungen, Schmerzen, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Nachschweiß, Atemnot, Muskelschwäche, depressive Phasen, vermehrte Angst, Gedächtnisstörungen oder anderen Symptomen begleitet wird

Meist hängt eine dauerhafte Müdigkeit mit einem oder mehreren Symptomen zusammen. In einem Gespräch mit dem Arzt können mögliche Ursachen angegangen und andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Ist beispielsweise eine Schlafstörung Ursache für die Müdigkeit, kann der Arzt sowohl die Schlafstörung als auch die Ursachen dafür gemeinsam mit dem Betroffenen angehen, um der dauerhaften Müdigkeit ein Ende zu bereiten.

Zu welchem Arzt können Betroffene gehen, die immer müde und antriebslos sind?
Bei dauerhafter Müdigkeit ist meist der Hausarzt der erste Ansprechpartner für Betroffene. Ein guter Hausarzt kennt seine Patienten und deren Krankheits- und Lebensumstände meist gut und hat schnell eine Idee, was Auslöser für eine anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit sein kann.

Meist kann der Hausarzt die Diagnose selbst stellen und behandeln. Andernfalls weiß er, welcher Facharzt darüber hinaus helfen kann.

Die Ursache von dauerhafter Müdigkeit und Antriebslosigkeit

Müdesein –> Schlafen –> Wachsein: Dieser Kreislauf wird umgangssprachlich auch als „innere Uhr“ bezeichnet.

Geht unsere innere Uhr falsch, können eine Vielzahl von Umständen dafür verantwortlich sein:

  • Stoffwechselprobleme: Werden wir müde, sind dafür ausgeschüttete Hormone, Nervenbotenstoffe und Eiweißstoffe des Immunsystems verantwortlich. Eine dauerhafte Müdigkeit kann einer Störung der Produktion dieser Stoffe zu Grunde liegen.
  • Krankheiten: Eine Vielzahl von Krankheiten haben zur Folge, dass Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff oder anderen Stoffen versorgt werden. Auch ein Infekt sorgt dafür, dass der Körper seine Leistungsfähigkeit bündelt und die vorhandene Energie für den Heilungsprozess bereit hält. Dauerhafte Müdigkeit kann auch ein Anzeichen für eine Tumorerkrankung sein.
  • Psychische Erkrankungen: Die Psyche beeinflusst unsere Körperabwehr, die Hormonproduktion und die Nervenfunktionen. Depressionen und Angstzustände werden häufig von dauerhafter Müdigkeit begleitet.
  • Einnahme von Medikamenten: Viele Medikamente haben Müdigkeit und Antriebslosigkeit als Nebenwirkung.
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom: „Burn-Out“ ist in aller Munde und wird über alle Maße mit chronischer Müdigkeit in Verbindung gebracht. Aus ärztlicher Sicht ist dies jedoch ein eher seltenes Krankheitsbild.

Was hilft gegen langanhaltende Müdigkeit?

In vielen Fällen sind unsere Lebensumstände und -Gewohnheiten die Ursache für das Gefühl, immer müde und antriebslos zu sein.

Eine Änderung unserer Gewohnheiten kann hier schnell Abhilfe schaffen: Eine ausgewogenere, gesündere Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft können hier Erste-Hilfe-Maßnahmen sein, um sich schnell wieder fit zu fühlen.

Auch der Verzicht auf Alkohol kann sich positiv auf die Schlafqualität auswirken. Bewegung hilft beim Abbau von Stress und fördert die Entspannung, Auch die Reduzierung des Körpergewichts (bei Übergewicht) kann dazu beitragen, dass sich Betroffene wieder fitter fühlen.

Diese Veränderungen erfordern meist Disziplin und Durchhaltevermögen.