Flimmern und Flackern im Auge – Ursachen und Risiken bei Augenflimmern

Wodurch entsteht das Augenflimmern

Tritt ein Flackern im Auge auf, hat das seine Ursache entweder im Auge selbst oder im Gehirn, das die Seheindrücke verrechnet. In vielen Fälle steckt Stress dahinter, aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Migräne oder Grüner Star können Augenflimmern hervorrufen.

Einige Krankheiten, die zu Flackern im Auge führen, müssen dringend behandelt werden, damit kein Sehverlust eintritt.

Augenflimmern – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Flackern im Auge und Augenflimmern kommen durch Störungen in der Netzhaut oder bei fehlerhafter Verarbeitung der Sinneseindrücke im Gehirn zustande.
  2. Häufig sind hierfür Stress, vor allem bei Bildschirmarbeit, und Migräne mit Aura die Ursache.
  3. Grüner Star beeinträchtigt das Sehvermögen durch Erhöhung des Augeninnendruckes.
  4. Netzhautablösungen sind die Folge zahlreicher Erkrankungen wie Diabetes oder Augenverletzungen.
  5. Seltenere Ursachen für Augenflimmern sind Augenkrebs und Aderhautentzündungen.

Flackern im Auge: Wie kommt es dazu?

Für den Empfang von optischen Reizen sind die Zellen der Netzhaut (Retina) zuständig. Ähnlich wie der Film in einer Kamera sitzt die Netzhaut hinter dem durchsichtigen Glaskörper. Sie besteht aus Photorezeptorzellen (Neuroretina) und wird von der Aderhaut (Chorioidea) mit Blut versorgt.

Die Reize werden gesammelt und gebündelt über den Sehnerven (Nervus opticus) ins Gehirn übertragen. Nach einigen Verschaltungen entsteht der eigentliche Seheindruck in der Sehrinde des Großhirns, die im Hinterhauptlappen (Lobus occipitalis) liegt.

Daher entsteht Flackern im Augen irgendwo auf diesem Weg zwischen Netzhaut und Sehrinde – sei es, dass Beeinträchtigungen der Netzhaut vorliegen oder dass der Seheindruck in der Sehrinde mit Fehlern behaftet ist.

Stress führt zu Augenflimmern

Bereits Stresssituationen können ein Flackern im Auge verursachen. Das liegt an der Überreizung des Nervensystems, die zu Fehlinformationen und Fehlschaltungen beim Seheindruck führen. Ein unter Stress ansteigender Blutdruck begünstigt diesen Effekt.

Besonders Arbeit am Bildschirm stresst die Augen. Daher sollte man regelmäßige Pausen einlegen, wenn man nach längerer Tätigkeit plötzlich ein Flackern in den Augen bemerkt.

Migräne – Die Aura macht’s

Migräne mit Aura: Extreme, meist einseitige Kopfschmerzen kündigen sich bei vielen Patienten mit einer Vorbotenphase mit vielfältigen Wahrnehmungsstörungen an, an die sich eine Auraphase mit Sehstörungen (visuelle Aura) anschließt.

Diese Sehstörungen entstehen nicht in der Netzhaut, sondern im Gehirn. Daher bemerkt sie der Patiente sowohl bei offenen als auch geschlossenen Augen.

Man unterscheidet negative und positive Sehstörungen (Skotome), bei denen entweder das Gesichtsfeld bis zur Erblindung eingeschränkt erscheint beziehungsweise weitere Seheindrücke hinzukommen.

Häufig ist vor allem das Flimmerskotom, bei dem ähnlich wie bei einer Blendung durch helles Licht ein heller Fleck im Gesichtsfeld auftritt. Dieser dreht sich wie ein Kaleidoskop, wird immer größer und bildet Zacken ähnlich wie bei alten Festungen. Daher bezeichnet man diese Erscheinungen als Fortifikationen.

Grüner Star führt zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes

Der Graue Star (Katarakt) ist eine Linsentrübung, wohingegen der Grüne Star (Glaukom) auf eine Erhöhung des Augeninnendruckes zurückzuführen ist. Ein Glaukom verläuft meist schleichend und kann massive Netzhautschäden auslösen, wenn die Diagnose lange ausbleibt. Der zunehmende Druck schränkt die Blutversorgung der Netzhaut ein und führt zu einer langfristigen Schädigung des Sehnerven.

In seltenen Fällen handelt es sich um ein akutes Glaukom, bei dem der Augeninnendruck binnen kurzer Zeit dramatisch erhöht. Hier fühlt sich der Augapfel schon beim Betasten von außen hart an, die Pupille ist starr, das Auge schmerzt und es kommen Augenflackern und andere Sehstörungen hinzu.

Wichtig! Bei plötzlich auftretendem Augenflackern mit gerötetem Auge, Augenschmerzen, starrer Pupille, Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen kann es sich um ein akutes Glaukom handeln! Dieses ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden, da sonst Erblindung droht!

Netzhautablösungen: Wenn’s blitzt

Verletzungen der Netzhaut führen dazu, dass die „Filmschicht“ sich lokal vom Glaskörper und darunter liegender Aderhaut löst. Ebenso wie bei einer Kamera kommt es zu Störungen im Bild, die sich als Augenflimmern oder Lichtblitze äußern. Besonders auffällig werden diese in dunkler Umgebung oder bei schnellen Augenbewegungen.

Fatal ist vor allem die Ablösung von der Aderhaut (Chorioidea), die die Photorezeptoren mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Sind Aderhaut und Netzhaut lokal länger voneinander getrennt, kommt es zu gravierenden Schäden der Netzhaut.

Eine Netzhautablösung (Ablatio retinae) tritt bei einer Vielzahl von Erkrankungen auf:

  • Traumatische Verletzungen des Auges können Netzhautablösungen verursachen.
  • Im Alter verkleinert sich der Glaskörper stetig. Das übt einen Zug auf die Netzhaut aus, die sich daraufhin ablöst.
  • Frühgeborenen-Retinopathien (Retinopathia praematuorum) sind Netzhauterkrankungen von Frühchen, die vor der 32. SSW und/oder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 g auf die Welt kamen.
  • Diabetische Retinopathie entsteht bei langjährigem Diabetes mellitus durch eine fortschreitende Schädigung der kleinen Gefäße in der Aderhaut (Mikroangiopathie).

Wichtig! Eine Netzhautablösung ist relativ selten, muss aber schnellstmöglich behandelt werden, da sie sich ausweitet und zu Sehverlusten bis hin zur Erblindung führt!

Aderhautentzündung als Ursache von Augenflimmern

Eine Aderhautentzündung (Chorioiditis) behindert die Blutversorgung der Photorezeptoren in der Retina und kann Augenflackern verursachen. Sie wird häufig erst spät diagnostiziert und tritt in der Folge chronischer Entzündungen (etwa im Kieferbereich oder der Rachenmandeln), rheumatischer Erkrankungen und Infektionskrankheiten wie Toxoplasmose und Syphilis.

Augenkrebs: Aderhautmelanom

Netzhautablösungen können auftreten, wenn sich Flüssigkeit zwischen Aderhaut und Neuroretina ansammelt. In seltenen Fällen ist ein Aderhautmelanom (Uveamelanom, malignes uveales Melanom) die Ursache.

Wie beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) geht dieses von den Pigmentzellen aus, den Melanozyten. Da das Aderhautmelanom frühzeitig zu metastasieren beginnt, ist die Behandlung oftmals schwierig.

Wichtig! In jedem Falle sollte ein einseitiges, ständiges und zunehmendes Augenflackern von einem Augenarzt untersucht werden, um einen bösartigen Tumor wie das Aderhautmelanom ausschließen zu können!

Behandlung von Augenflimmern

Ein Flackern im Auge ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Daher richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Grünem Star muss der Augeninnendruck abgesenkt werden, bei Migräne helfen Medikamente wie Triptamine, bei Stress reicht bereits ein wenig Entspannung aus. Fragen Sie Ihren Hausarzt oder Augenarzt, was Sie am besten gegen das Augenflackern tun können, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Entwarnung vor „fliegenden Mücken“

Nicht immer müssen verkehrte Seheindrücke ein Warnsignal sein. Sehen Sie kein richtiges Flackern, sondern unscharfe Punkte, Fäden oder Schlieren, die bei raschen Augenbewegung umherhuschen und besonders gegen hellen Hintergrund wie den Himmel auffallen? Hierbei handelt es sich um mouches volantes (französisch für fliegende Mücken). Das sind harmlose Trübungen im Glaskörper, an denen sich das einfallende Licht bricht und die bei jedem Menschen in unterschiedlichem Maße vorkommen.

Sollten diese jedoch innerhalb relativ kurzer Zeit massiv zunehmen und von richtigen Lichtblitzen begleitet werden, sollten Sie das von einem Augenarzt untersuchen lassen. Dann kann tatsächlich eine Netzhautablösung vorliegen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Gerhard K. Lang: Augenheilkunde. 5. Auflage. Stuttgart 2014: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131028351.
  • Franz Grehn: Augenheilkunde. 31. Auflage. Berlin/Heidelberg 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 364211332X.
  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. ISBN-10: 3110339978.
  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.