Gestagenmangel Symptome erkennen und behandeln

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Gestagenmangel Symptome und Ursachen

Gestagene sind eine Gruppe von weiblichen Geschlechtshormonen und sind wie die Estrogene ebenfalls Steroidhormone. Gestagene sind auch als Gelbkörperhormone bekannt und sorgen vor allem für eine Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut, so dass Schwangerschaften möglich werden oder aufrechterhalten werden können.

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Die wichtigsten Gestagene im weiblichen Körper sind

  • das Pregnandiol
  • das Progesteron und
  • das Pregnenolon

Gestagenmangel: die Ursachen

Die grundlegende Ursache für einen absoluten oder relativen Mangel an Gestagenen, vor allem des Progesterons, liegt bei der Frau in einer Schwäche des sogenannten Gelbkörpers. Wird von einem Gestagenmangel gesprochen, ist damit im Allgemeinen ein Mangel an Progesteron gemeint.

Der Gelbkörper wird kurz nach dem Eisprung gebildet, wenn sich die Hülle des reifen Ei-Follikels umwandelt. Während einer Schwangerschaft ist die Plazenta für die Produktion des Progesterons zuständig.

Gestagenmangel – Ursache: Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz)

Wenn sich kein Gelbkörper bilden kann, entsteht folglich auch keine ausreichende Menge an Progesteron. In anderen Fällen entsteht nur ein unvollständiger Gelbkörper oder der Gelbkörper bildet zu wenig Hormon.

Ursachen dafür können bei Frauen äußerst vielfältig sein:

  • genetische Faktoren
  • Hypogonadismus
  • Schädigung der Eierstöcke durch frühere Infektionen
  • Funktionsstörungen bestimmter Organe (Nebenniere, Schilddrüse, Pankreas, chronische Reizzustände im Darm)
  • Antikontrazeptiva-Einnahme (Pille)
  • Zyklusschwankungen
  • Menopause
  • Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Psychopharmaka)
  • lebensstilbedingte Faktoren
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel
  • verschiedene Umweltbelastungen

Liegt ein Verdacht oder ein Hinweis auf einen Progesteronmangel vor, sollten alle möglichen Gestagenmangel-Ursachen sorgfältig einzeln betrachtet werden.

Genetische Ursachen und Hypogonadismus

Genetische Dispositionen, die einen Progesteronmangel zur Folge haben, werden meist bereits früh entdeckt. Ein Hypogonadismus, also eine Störung der Keimdrüsen mit verminderter Funktion, kann auch aufgrund von Störungen im Bereich der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) oder dem Hypothalamus liegen – in diesem Fall werden zu wenig Botenstoffe gebildet, die die Keimdrüsen zur Funktion anregen.

Hämochromatose (erbliche Eisenüberladung des Körpers durch erhöhte Aufnahme von Eisen aus dem Dünndarm) führt fast ausschließlich bei Männern zum Hypogonadismus, nur sehr selten bei Frauen.

Schädigungen der Eierstöcke durch frühere Infektionen

In manchen Fällen können die weiblichen Eierstöcke durch Infektionen Schaden nehmen. Das führt in der Folge zu einem ungenügenden Reifen der Follikel und damit in der Folge wiederum zu einer nicht vollständigen oder ausbleibenden Ausbildung des Gelbkörpers und damit zum Gestagenmangel.

Funktionsstörungen bestimmter Organe

Sind Nebennieren, Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse (Diabetes) geschädigt, kann das in der Folge auch dazu führen, dass über hormonelle Zusammenhänge eine Gelbkörperschwäche mit eine Folge ist.

Auch dauernde Reizzustände im Darmbereich können dafür sorgen, dass eine verminderte Aufnahmen von Mineral- und Vitalstoffen aus dem Darm passiert. Diese Mangelzuständen können dann wiederum die Ursache für eine Gelbkörperschwäche sein.

Antikontrazeptiva -Einnahme, Zyklusstörungen, Menopause

Wird die Pille eingenommen, kann es in manchen Fällen zu einem Ausbleiben des Eisprungs kommen. In diesem Fall wird dann auch kein Gelbkörper gebildet, was wiederum zu einem Gestagenmangel führt. Auch durch die Spirale können – selbst Monate nach dem Absetzen – Zyklusstörungen auftreten.

Auch bei stark unregelmäßigen Zyklen kann ein Progesteronmangel auftreten. Umgekehrt kann auch ein Progesteronmangel unregelmäßige Zyklen und Menstruationsbeschwerden überhaupt erst verursachen.

Mit dem Beginn der Menopause (Wechseljahre) der Frau und bereits kurz vor dem Einsetzen der Menopause kommt es zu einer hormonellen Umstellung im weiblichen Körper, bei der auch ein Progesteronmangel sehr häufig auftreten kann.

Wechseljahrsbeschwerden und die daraus resultierenden Hormonmangelzustände stellen die überwiegende Indikation für Hormonersatztherapien (HET) dar.

Ein Progesteronmangel kann aber nicht allein aufgrund des Einsetzens der Menopause auftreten – auch bereits in viel früheren Jahren können zahlreiche Symptome auf einen Gestagenmangel zurückzuführen sein.

Medikamenteneinnahme

Bestimmte Medikamente können dazu führen, dass zu wenig Progesteron gebildet wird oder das empfindliche hormonelle Gleichgewicht gestört wird.

Dazu gehören neben den Verhütungsmitteln auch einzelne Opiate (Schmerzmittel), einige Psychopharmaka (vor allem Pipamperon oder Rispiridon) aber auch so gängige Mittel wie Diclofenac, Ibuprofen und Paracetamol. Glucocorticoide und chemotherapeutische Mittel können ebenfalls Zyklusstörungen verursachen – und damit auch mittelbar einen Progesteronmangel auslösen.

Mittel zur Therapie von Schilddrüsenstörungen, Antidiabetika und natürlich Phytoöstrogene sollte man als mittelbare Gestagenmangel-Ursachen ebenfalls nicht außer Acht lassen.

Lebensstilbedingte Gestagenmangel-Ursachen und Nährstoffmangel

Stress, stark wechselnde Schlafrhythmen oder chronischer Schlafmangel können häufige Ursachen für hormonelle Störungen sein. Lichtmangel, Bewegungsmangel und nährstoffarme Ernährung stellen ebenso eine Belastung für den Organismus dar wie intensiver Sport und extreme Diäten – beides kann sich nachteilig für das hormonelle Gleichgewicht im Körper auswirken. Diese Gestagenmangel Ursachen lassen sich meist aber durch Änderungen im Lebensstil leicht abstellen.

Nährstoffmängel aufgrund von körperlichen Störungen (vor allem im Darmbereich) oder aufgrund von ungeeigneten Ernährungsstilen können ebenfalls Auswirkungen auf die Hormonproduktion haben und langfristig zu Ungleichgewichten im Hormonhaushalt und Hormonmangelzuständen führen.

Umweltbelastungen

Störungen der Hormonproduktion durch Umweltbelastungen werden kontrovers diskutiert, sind heute aber als mögliche Mit-Ursachen weithin akzeptiert.

In vielen Stoffen, darunter Farben und Lacke, Baumaterialien und gängige Pestizide, befinden sich sogenannte Xenoöstrogene. Auch in vielen anderen Materialien können sich östrogenartige Stoffe befinden, selbst in unserem Trinkwasser finden sich hormonelle Spuren.

Ursachenkombinationen

In vielen Fällen liegt dem Progesteronmangel mehr als eine Ursache zugrunde. Häufig wirken mehrere Ursachen zusammen und verstärken sich gegenseitig. Je mehr mögliche Ursachen aber durch Veränderung der Lebensweise ausgeschlossen werden können, desto besser. Aus diesem Grund sollten immer alle möglichen Ursachenbereiche genau beleuchtet werden.

Gestagenmangel-Ursachen beim Mann

Fehlt beim Mann das Progesteron, oder ist der Progesteron-Spiegel zu niedrig, liegt das häufig an veerbten Faktoren. Mit erhöhtem Lebensalter kommt es allerdings auch beim Mann zu einem Klimakterium (Wechseljahre, in diesem Fall Klimakterium virile oder Andropause genannt).

Im Zuge dieser hormonellen Umstellung nimmt die Produktion von Progesteron beim Mann meist ebenfalls deutlich ab, so wie kurz vor und während der Menopause der Frau. Die hormonelle Umstellung kann bei Männern allerdings individuell sehr unterschiedlich verlaufen.

Gestagenmangel Symptome

Die meisten Hormone haben eine tiefgreifende und vielfältige Wirkung in ganz unterschiedlichen Bereichen des Organismus. Umgekehrt können deshalb die Auswirkungen bei einem Mangel von Hormonen ebenso tiefgreifend und vielfältig sein.

Grundlegende Gestagenmangel Symptome bei Männern und Frauen

Einen Teil der Symptome findet man sowohl bei Männern mit Gestagenmangel als auch bei Frauen:

  • Schlafstörungen
  • heftiges Schwitzen
  • emotionale Unausgeglichenheit
  • leichte bis mittelschwere Herzrhythmusstörungen
  • gelegentlich auch Angszustände, depressive Verstimmungen, Panikattacken und allgemein verringerte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen

Gestagenmangel Symptome bei Frauen

Bei Frauen kommen zu diesen möglichen Symptomen noch einige weitere dazu. Ein sehr häufiges und damit typisches Symptom sind verkürzte Zyklen (vor allem eine verkürzte zweite Zyklushälfte) mit Schmierblutungen. Schmerzen bei der Regelblutung können ebenfalls recht häufig auftreten.

Weitere häufige Symptome bei Frauen sind:

  • Gewichtszunahme
  • empfindliche, anschwellende Brüste (Mastopathie),
  • Spannungsgefühle in der Brust
  • Auftreten von Zysten und Myomen
  • starker Eisenmangel

Bei Schwangeren kann es zu Fehlgeburten kommen (Gestagene sind notwendig, um die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten – während einer Schwangerschaft wird die 20-40fache Menge an Progesteron im Körper benötigt). Ein unerfüllter Kinderwunsch kann in vielen Fällen ebenfalls auf einen Progesteronmangel zurückzuführen sein, da bei zu wenig Progesteron eine Einnistung des Eis in die Gebärmutter nicht möglich ist.

Auch das Auftreten von Brustkrebs wird gelegentlich mit einem Progesteronmangel zumindest in Verbindung gebracht.

Weniger typische aber dennoch verbreitete Symptome bei Frauen können sein:

  • häufige Übelkeit
  • Schwindel
  • Hauttrockenheit
  • Haarausfall
  • Wadenkrämpfe und Muskelschmerzen
  • vermehrter Bartwuchs im Gesicht (Damenbart)

Gestagenmangel Symptome bei Männern

Bei Männern wirkt sich zusätzlich häufig das Wegfallen des insulinbremsenden Effekts von Progesteron aus: es kommt zur Zunahme von Fettgewebe, vor allem im Bauchbereich, einer Erhöhung des Cholesterinspiegels und gelegentlich auch zu Unterzuckerungs-Reaktionen.

Diese Gestagenmangel-Symptome findet man zwar auch bei Frauen, häufig aber deutlich weniger ausgeprägt.

Der Pegel an Stresshormonen kann erhöht sein, der Blutdruck ebenfalls. Es besteht, das legen Studien zumindest nahe, möglicherweise auch ein erhöhtes Prostatakrebs-Risiko und ein erhöhtes Risiko für Osteoporose.

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