Schwellung am Ellenbogen
Ellenbogen stark geschwollen Copyright: siam.pukkato bigstockphoto

Ob Schleimbeutelentzündung oder Überanstrengung, wir klären die Ursachen wenn plötzlich der Ellenbogen geschwollen ist:

Eine lokale Schwellung am Ellenbogen ist immer ein Zeichen des Körpers, dass in der betreffenden Region etwas nicht stimmt. Die Ursachen können harmlos sein und etwa auf einen Mückenstich hindeuten. Ebenso sind jedoch ernste Krankheiten möglich.

Was ein geschwollener Ellenbogen bedeuten kann, listet dieser Artikel übersichtlich auf.

Der geschwollene Ellenbogen – Das Wichtigste im Überblick

  • ein geschwollener Ellenbogen kann harmlose, jedoch auch ernste Ursachen haben
  • um eine Diagnose zu stellen, muss auf weitere Symptome geachtet werden
  • häufig liegen Überanstrengungen, Verrenkungen, Arthritis oder eine Schleimbeutelentzündung zugrunde
  • eine Abklärung durch den Arzt ist bei starken Schmerzen sinnvoll
  • hält die Schwellung mehrere Tage, sollte ebenfalls ein Mediziner aufgesucht werden

Die häufigsten Ursachen bei geschwollenen Ellenbogen:

Überanstrengungen

In den Bereich Überanstrengungen fallen vor allem zwei Dinge, die den Ellenbogen anschwellen lassen: Epicondylitis humeri radialis und Epicondylitis humeri ulnaris.

1. Epicondylitis humeri radialis

Für diesen Zungenbrecher hat der Volksmund die Bezeichnung Tennisellenbogen, denn vor allem bei intensivem Spielen tritt diese Form der Überanstrengung auf. Die sich wiederholenden Bewegungen reizen die Sehnen, die vom Handgelenk bis zum Ellenbogen führen. Auch Büroangestellte leiden häufiger unter dieser Krankheit.

Die beste Therapie ist eine Vermeidung der wiederkehrenden Bewegungsmuster und eine gezielte Stärkung durch Physiotherapie. Auch eine Akupunktur kann sinnvoll sein. Ist die Überreizung zu stark, müssen Schmerzmittel verschrieben werden. Diese sind allerdings nur Symptombekämpfer und gehen nicht die eigentliche Ursache an.

2. Epicondylitis humeri ulnaris

Auch in diesem Fall kommt ein geschwollener Ellenbogen durch wiederkehrende Bewegungen zustande, allerdings geht es nun um die Sehnen, die Handgelenk und Finger beugen. Typischerweise treten diese Muster beim Golfspielen auf, weswegen sich als Gegenstück zum Tennisellenbogen der Begriff Golferellenbogen etabliert hat. Auch hier ist die beste Therapie eine Veränderung der Gewohnheiten und gezielte Stärkung der Muskulatur.

Geschwollener Ellenbogen durch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Während der Begriff Bursitis vielen Menschen eher nichts sagt, ist der Name Schleimbeutelentzündung bekannter. Eine solche Entzündung kann prinzipiell in jedem Hohlraum des menschlichem Bewegungsapparates auftreten, wird aber vor allem am Knie diagnostiziert.

Die Schleimbeutel kommen überall dort vor, wo Bewegungsdruck abgefedert werden soll. Dafür sind sie mit Flüssigkeit angefüllt und von einer Membran umgeben. Wird der Druck durch Überlastung, etwa durch Übergewicht oder Leistungssport, zu groß, will der Körper das durch noch mehr Flüssigkeit ausgleichen. Der Schleimbeutel wächst und die Region schwillt unter der Haut sichtbar an.

Ein geschwollener Ellenbogen aufgrund einer Schleimbeutelentzündung kann ohne Eiterbildung ablaufen und bildet sich dann durch Schonung sowie gegebenenfalls eine Punktion zurück. Sind jedoch Krankheitserreger in den Schleimbeutel eingedrungen, kann eine Entzündung samt Eiterbildung die Folge sein. Dies ist schmerzhafter und verlangt zusätzlich eine Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Der geschwollene Ellenbogen durch Verrenkungen

Beim Sport oder durch Unfälle kann das Ellenbogengelenk verrenkt werden. Der Fachbegriff für diesen Zustand lautet Luxation. Während eine Luxation der Schulter den meisten Menschen bekannt ist, denken die wenigsten bei einem geschwollenen Ellenbogen an diese Möglichkeit. Es wird eine Schonhaltung eingenommen und maximal auf Schmerzmittel gesetzt. Beide Maßnahmen helfen aber nicht dabei, das Gelenk wieder an seine normale Position zu bringen. Einmal ausgekugelt, muss es wieder eingerenkt werden.

Der Arzt kann das im Regelfall sehr schnell, allerdings muss überprüft werden, ob es nicht bereits zu Nervenschädigungen durch Quetschungen gekommen ist. Zudem gibt es oft ein Sportverbot, damit der Arm sich komplett erholen kann. Erst im Anschluss daran darf die Muskulatur wieder trainiert werden.

Arthritis am Ellenbogen

Eine ebenfalls recht häufige Ursache ist die Arthritis, also eine Entzündung innerhalb des Gelenkes. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Infektion als Ursache vorliegt, da Keime ins Gewebe gewandert sind, oder die nicht-infektiöse Arthritis vorliegt. Letztere ist häufiger, da sie auf Rheuma beruht. Hier reagiert der Körper nicht auf Keime, sondern richtet sich bei einer Autoimmunreaktion gegen die eigenen Zellen.

In beiden Fällen leiden Betroffene, da ein geschwollener Ellenbogen nicht das einzige Symptom bleibt. Die Entzündungsprozesse sorgen dafür, dass sich das Gewebe sehr heiß anfühlt und Bewegungen deutlich schmerzen. Oft gesellt sich auch Fieber und eine allgemeine Abgeschlagenheit hinzu. Ohne eine gezielte Behandlung durch den Arzt, kann der Knorpel im Gelenk dauerhaft zerstört werden. Nun wird es noch schmerzhafter, da Knochen auf Knochen reibt (eine Arthrose ist entstanden) und die Beweglichkeit des Arms dauerhaft eingeschränkt ist.

„Gut zu wissen: Auch eine altersbedingte Arthrose kann zu einem geschwollenen Ellenbogen führen. Allerdings sind in der Praxis eher die Knie als Hauptträger des Körpergewichts betroffen. Eine Ausnahme bilden Leistungssportler, wenn sie etwa Kugelstoßen betreiben.“

Seltenere Ursachen:

Chondromatose, Knochenbrüche und Osteochondrosis dissecans

Es gibt eine Reihe weiterer Ursachen, von denen Knochenbrüche am einfachsten zu diagnostizieren sind. Durch Krafteinwirkung kommt es zur Fraktur im Ellenbogen und einem zeitnahem Anschwellen des Gewebes. Hier ist selbstverständliche eine Behandlung durch einen Chirurgen gefragt.

Deutlich schwerer zu erkennen ist die Osteochondrosis dissecans. Der Name lässt sich am ehesten mit „gelöste Knochen-Knorpel-Verbindung“ übersetzen. Aus bislang noch unbekannten Gründen geht die flexible Verbindung zwischen dem betroffenen Gelenkknorpel und dem nahegelegenen Knochen verloren und sie liegen als freier Gelenkkörper vor.

Ein freier Gelenkkörper tritt auch bei einer Chondromatose auf, deren Ursachen ebenfalls bislang nicht erschöpfend untersucht sind. In diesem Fall handelt es sich um ein Chondrom, einen gutartigen Tumor. Die an sich gutartige Gewebeveränderung stört im Ellenbogen die feinen Abläufe während der Bewegungen, weshalb es zu Schmerzen und Schwellungen kommt.

Osteochondrosis dissecans und Chondromatose können durch Spontanheilungen abklingen oder müssen durch Schonung und gegebenenfalls Schmerzmittel behandelt werden.

Quellen:

  • Orthopädische Praxis, Sindelfingen
  • Niethard: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie, Georg Thieme Verlag
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