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Geschwollene Mandeln – Symptome und Behandlung

Sie haben einen dicken Hals, können kaum noch richtig schlucken und starke Halsschmerzen? In den meisten Fällen ist eine Schwellung im Bereich der Mandeln die Ursache. Geschwollene Mandeln weisen in erster Linie auf eine Infektion der Atemwege und des Halsnasenrachenraumes zurück. Welche Ursachen können geschwollene Mandeln haben? Wie erkennen Sie diese Krankheit? Wann müssen Sie einen Arzt aufsuchen? Auf diese und ähnliche Fragen finden wir in diesem Beitrag eine konkrete Antwort.

Mandelentzündung

Geschwollene Mandeln? Urheber: alexraths / 123RF

Mandelentzündung erkennen und behandeln

Eine saftige Mandelentzündung kann Sie gleich mehrere Wochen außer Gefecht setzen, gerade wenn geschwollene Mandeln mit starken Schluckbeschwerden einhergehen. Betroffene sprechen davon, unter starken Schmerzen im gesamten Halsbereich zu leiden. Sie fühlen sich wie eine Halsentzündung an. Im Prinzip raten wir Ihnen bei geschwollenen Mandeln einen allgemeinpraktizierenden Arzt aufzusuchen, um ernsthaftere Ursachen von Anfang an abklären zu lassen. In den meisten Fällen haben geschwollene Mandeln ganz harmlose Ursachen, die binnen weniger Wochen oder Tage abklingen.

 

Mandeln entfernen, ja oder nein?

Bei leichten Mandelentzündungen können zum Teil Lutschtabletten oder Gurgellösungen bereits merklich Erfolge und eine deutliche Linderung der Schmerzen erzielen. Vor allen Dingen die Meldung in den Medien, dass in einigen Regionen von Deutschland achtmal so häufig die Mandeln entfernt werden, wie in anderen Gebieten, sorgte für reichlich Aufregung. Diese besorgniserregenden Zahlen hat die Bertelsmann-Stiftung im September dieses Jahres veröffentlicht. Man wollte über diese statistische Erhebung ein deutliches Zeichen setzen, dass in einigen Regionen die Patienten überversorgt und in anderen wiederum unterversorgt sind.

Professor Dr. Werner Hosemann, der Direktor der Universitätsklinik Greifswald, verwies jedoch auf den Fakt, dass in einigen Regionen mehr Kinder leben, die vergleichsweise oft an der Mandelentzündung leiden. Doch benötigen Patienten und allgemeinpraktizierende Ärzte einen erneuerten Diagnostikleitfaden und einen Ermessensspielraum für eine Mandelentzündung und die Bewertung sowie die Entscheidung über eine Operation. In diesem Zusammenhang kam die HNO Gesellschaft zu dem Entschluss, die veralteten Leitlinien für die operative Mandelentfernung nochmals zu überarbeiten und zu konkretisieren.

Die folgenden Krankheitsanzeichen verweisen auf eine akute, bakterielle Entzündung der Mandeln:

  • geschwollene und geröteten Mandeln mit einem gelblichen Belag,
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden,
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen und Mundgeruch,
  • fiebrige Temperaturen über 38 Grad Celsius und
  • geschwollene Lymphknoten.

Hat sich die Entzündung auf den gesamten Rachenraum hin ausgeweitet, spricht man nicht von einer Mandelentzündung, sondern von einer Pharyngitis. Tatsächlich äußern einige Kinder sehr unspezifische Symptome, wie zum Beispiel Bauchschmerzen und Übelkeit. Hier gilt es als Eltern, aufmerksam zu bleiben und die Schmerzen bzw. die Symptome beim Kind im Blick zu behalten. Im Zweifelsfall sollten Sie gemeinsam mit Ihrem erkrankten Kind den behandelnden Arzt aufsuchen, um die Symptome abklären und genauer untersuchen zu lassen. Warten Sie nicht zu lang, eine akute Mandelentzündung geht leider nicht von allein wieder weg und macht mitunter über starke Schmerzen und Beschwerden sowie ein Gefühl von Abgeschlagenheit und Schlappheit das Leben der Betroffenen schwer.

Geschwollene Mandeln selbst behandeln

Gerade in der frühen Jugend spielen vor allen Dingen die Mandeln eine entscheidende Rolle in der Immunabwehr. So kann ein Mensch bis zum fünften Lebensjahr keinesfalls auf seine Mandeln verzichten, da diese einen erheblicher Bedeutung für die körpereigenen Abwehrzellen einnehmen. Dies mag wohl ein Grund sein, warum die Mandeln in diesem Alter nur zu Teilen entfernt werden.

Im Hinblick auf den lymphatischen Rachenring sind die Mandeln der erste Anlaufpunkt für die Abwehrstationen. Alle Mandelentzündungen machen sich eingangs mit dem Aufkommen von deutlichen Halsschmerzen bemerkbar. Darüber hinaus beobachten Sie, dass Ihnen das Schlucken immer schwerer fällt. Sie unterstützen die Selbstheilung, indem Sie die Schleimhäute so feucht wie nur möglich halten.

 

Lutschpastillen und Gurgellösungen lindern die Schmerzen

Wir empfehlen in diesem Zusammenhang natürliche Heilmittel, wie zum Beispiel Isländisch Moos. Über diese Inhaltsstoffe wird der Speichelfluss angeregt und sie statten die Rachenschleimhaut mit einem leichten Schutzfilm aus. Nehmen die Halsschmerzen im Zuge der Krankheit immer weiter zu, bieten sich vor allen Dingen Lutschpastillen an, die mit lokal betäubenden Wirkstoffen arbeiten. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass über diese Tabletten die Heilung beschleunigt wird: Sie machen lediglich die Überempfindlichkeit der Mandeln etwas erträglicher und können die Entzündung hemmen. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass Kinder unter 12 Jahren diese Arzneimittel nicht nehmen dürfen. So sollten Sie immer Rücksprache mit dem Kinderarzt halten und auf die Packungsbeilage sowie die Nebenwirkungen hinweisen.

 

Was tun, wenn sich die Mandel-Schmerzen verschlimmern?

Alten die Schmerzen im Rachenraum und die Schluckbeschwerden über mehr als drei Tage an, sollten Sie nicht länger warten und einen Facharzt aufsuchen. Alternativ dazu können Sie über Lösungen die Keime und Bakterien in der Mundhöhle selbstständig bekämpfen. Doch eignet sich diese Form der Behandlung auch nur als kurzfristige Vorsorge. Sie werden durch das Gurgeln niemals die tieferen Regionen des Rachens erreichen. Treten neben der Mandelentzündung und den Halsschmerzen Schüttelfrost und Fieber auf, empfehlen Apotheker die folgende behandlung:

  • Komplexmitteln,
  • jede Menge Wärme und
  • Ruhe sowie
  • Kamillentee und Salbeitee.

Können Sie über den Einsatz dieser Komplex-Medikamente keinerlei Erleichterung erwirken, und treten noch dazu folgende Beschwerden auf, gehen Sie sofort zum Arzt:

  • Ohrenschmerzen,
  • ein intensives Krankheitsgefühl,
  • Hautausschläge,
  • angeschwollenen Lymphknoten.

Fachärzte verweisen vor allen Dingen bei eitrigen Belägen auf eine akute Mandelentzündung, die mit einem speziellen Antibiotikum behandelt werden.

 

Die drohende Gefahr einer chronischen Entzündung

Erst wenn sich die Bakterien in den so genannten Grübchen im Mandelgewebe festsetzen, ist von einer chronischen Gewebeentzündung die Rede. In diesem Zusammenhang kann sich ein äußerst schmerzhafter Abszess an den Mandeln bilden, der sich im schlimmsten Fall zu einer Herzmuskelentzündung und zu rheumatische Fieber ausweitet. Tritt eine Mandelentzündung gerade bei Kindern jährlich drei bis fünfmal auf, raten viele Ärzte zu einer Operation und zum Entfernen der Mandeln. Bei Erwachsenen sollten bei ca. 2-3 Infektionen im Jahr die Mandeln entfernt werden.

 

Fazit

Im Prinzip müssen Sie geschwollene Mandeln nicht einmal ertasten, sie werden sich über Schluckbeschwerden und Halsschmerzen bemerkbar machen und ihnen das Leben schwer machen. Bei den ersten Anzeichen von Halsschmerzen sollten Sie zu natürlichen Lutschpastillen und Isländisch Moos greifen, denn auf diese Weise legen Sie einen schützenden Film auf den Rachenraum und regen die Produktion von Schleim und Flüssigkeit an. Treten neben den Beschwerden im Rachenraum Fieber, Schüttelfrost oder ein aufgeschlagenes Erkältungsgefühl auf, empfehlen Apotheker die gängigen Komplexmittel. Erst wenn die Symptome und die Beschwerden über drei Tage andauern oder sich sogar verschlechtern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ihr Arzt wird Ihnen Antibiotika verschreiben, die Sie aufnehmen sollten, um die Bakterien und Viren einer Infektion zuverlässig bekämpfen zu können.

 

 

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