Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

1478

Schilddrüsenunterfunktion Ernährung: Die Schilddrüse ist eine hochkomplexe Schaltzentrale im Hals. Zu ihren bisher bekannten Aufgaben gehört die Herstellung zweier Hormone: Thyroxin oder Tetrajodthyronin und Trijodthyronin. Diese Schilddrüsenhormone sind wichtig für den Stoffwechsel, die Knochen und viele weitere Bereiche im menschlichen Körper.

Mangelt es dem Körper an den Schilddrüsenhormonen, ergänzt der Patient diese über Medikamente. Der Mangel verdankt sich entweder einer primären Ursache, einer Fehlfunktion der Schilddrüse, oder einer sekundären, einer Fehlfunktion der Hypophyse, die stimulierende Hormone ausschüttet.

Schilddrüsenunterfunktion Ernährung / Urheber: choreograph / 123RF
Schilddrüsenunterfunktion Ernährung / Urheber: choreograph / 123RF

Wie ernähre ich mich richtig bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Im Zusammenhang mit den Medikamenten spielt für eine Schilddrüsenunterfunktion die Ernährung eine wichtige Rolle. Allein über die Ernährung sind nur sehr leichte Formen der Unterfunktion zu korrigieren. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Ernährung aber auch nicht ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt zu ergänzen. Einer Schilddrüsenunterfunktion gehen unterschiedliche Krankheitsbilder voraus, auf die eine Nahrungsergänzung durch beispielsweise Jod auch negative Auswirkungen hat.

Ergänzung mit Jod bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Jodmangel ist eine von vielen Ursachen, die zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Liegt die Hypothyreose nur schwach vor, ist eine Behandlung durch Zugabe von Jod gut möglich. Bei schweren Formen der Unterfunktion ist jedoch die Einnahme vom Arzt verschriebener Medikamente unausweichlich nötig.

Bei einem gesunden Menschen beugt eine jodhaltige Ernährung einer Schilddrüsenunterfunktion unter Umständen vor. Jod ist allerdings schon in vielen Lebensmitteln enthalten, die Menschen, ohne es zu wissen, täglich einnehmen. Dazu zählt jodhaltiges Salz, das beim Kochen Verwendung findet. Jodmangel ist also eine der selteneren Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Häufiger hingegen sind Entzündungen der Schilddrüse die Ursache für eine primäre Unterfunktion. Dabei kommt es zum Verlust und zur Zerstörung des Schilddrüsengewebes. Auslöser ist in vielen Fällen die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis.

Bisher steht noch nicht fest, was zu dem Ausbruch dieser Erkrankung führt. Jedoch ist Jod, im Gegensatz zu Fällen mit Jodmangel, bei einer Hashimoto Thyreoiditis wenig sinnvoll. Die Schilddrüsenunterfunktion ist durch Ernährung mit Jod in diesem Fall negativ beeinflusst und verschlimmert sich teilweise sogar. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Ursache der eigenen Schilddrüsenunterfunktion klären zu lassen, bevor Nahrungsergänzungsmittel Eingang in die Nahrung finden.

Maßvoll zu genießen bei einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine ausgewogene Ernährung und in Absprache mit dem Arzt auch jodhaltige Lebensmittel tragen zur Lebensqualität des von einer Schilddrüsenunterfunktion Betroffenen bei. Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das die Schilddrüse zur Herstellung der Hormone Thyroxin und Trijodthyronin benötigt.

Selbst bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Ernährung nicht übertrieben mit Jod zu ergänzen. Lebensmittel, die Jod enthalten, sind viele Fischsorten und jodiertes Kochsalz. Liegt eine Hashimoto Thyreoiditis vor, sind eben diese Lebensmittel nur in Maßen zu verzehren. Ebenfalls in Maßen sind Sojaprodukte bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu genießen. Sie schränken die Funktionsweise der Schilddrüsenhormone zusätzlich ein, was sich bei einer Unterfunktion negativ auswirkt.

Vitamin- und Mineralstoffmängel ausgleichen

Bei einer Hypothyreose treten häufig gleichzeitig Selen- und Zinkmangel auf. Die wichtigen Spurenelemente sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion über die Ernährung zu ergänzen. Die für den täglichen Verzehr empfohlene Einnahme beträgt für Selen 30 bis 70 Mikrogramm. Selen ist in Fleisch, Fisch, Gerste, Sesam, Sonnenblumenkernen und Petersilie enthalten.

Für Zink ist die Menge sieben bis elf Mikrogramm empfehlenswert. Zinkquellen sind Hülsenfrüchte, Fleisch, Vollkornprodukte, Milchprodukte und Fisch. Besonders der Selenbedarf ist über die natürliche Ernährung zu decken. Eine vermehrte Aufnahme von Selen erhöht das Risiko für Diabetes.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Ernährung außerdem mit Magnesium und Vitaminen anzureichern. Häufige Symptome der Erkrankung wie Müdigkeit, Stoffwechselbeschwerden und Lichtempfindlichkeit lassen sich durch die Zufuhr von den Vitaminen B12, A, E und vor allem D behandeln.

Umgang mit Kalziumprodukten bei einer Unterfunktion

Da Kalzium die Aufnahme des Medikaments Levothyroxin, das bei einer Schilddrüsenunterfunktion häufig zum Einsatz kommt, im Körper einschränkt, ist das Medikament nicht mit Milch oder Säften einzunehmen. Kalzium als Ergänzungsmittel der Ernährung ist in einem Abstand von zwei bis vier Stunden einzunehmen. Erfolgt die Einnahme des Levothyroxins vor dem Frühstück, ist Kalzium zur Mittagszeit kein Problem mehr.

Zu beachten bei einer Hashimoto Thyreoiditis

Verdankt sich die Schilddrüsenunterfunktion einer Hashimoto Thyreoiditis, ist grundsätzlich eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen. Jodsalz und Seefisch ist ganz normal zu verwenden und zu verzehren. Mit Ergänzungen durch Jodtabletten machen Betroffene ihre Entzündung jedoch eher schlimmer, sodass darauf zu verzichten ist.

Da Schwangere und Stillende einen erhöhten Bedarf an Jod haben, lassen sie sich am besten von dem behandelnden Arzt beraten, wie sie den Bedarf decken. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Ernährung mit Vitamin-D-Quellen wichtig. Dies gilt besonders für eine Hashimoto Thyreoiditis. Vitamin D wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus, das im Fall einer Autoimmunerkrankung sich gegen den Organismus wendet.