Helicobacter pylori Symptome

Helicobacter pylori anhand der Symptome erkennen

Die Bakterienart Helicobacter pylori wird oft auch als H. pylori abgekürzt und siedelt sich im Magen eines Menschen an. Es handelt sich um Stäbchenbakterien, die meist in der Jugend in den Körper eindringen und viele Jahre symptomfrei siedeln. Danach nimmt die Infektion einen schleichenden Verlauf. Das macht es schwer, die Krankheit anhand der Symptome zu erkennen. Mit dem richtigen Hintergrundwissen wird es aber einfacher.

Helicobacter pylori Symptome
Helicobacter pylori Symptome
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Helicobacter pylori: Symptome im Überblick

In den ersten Jahren im menschlichen Körper verursacht das Bakterium bei den meisten Betroffenen tatsächlich überhaupt keine Beschwerden. Nach der symtomfreien Zeit kommt es jedoch zu typischen Abwehrreaktionen des Verdauungstraktes. Dazu zählen:

  •  Schmerzen in der Magenregion (häufig werden sie direkt nach einer Mahlzeit kurzfristig besser)
  •  Druck- und Völlegefühl im Darm
  •  schwindender Appetit
  •  Mundgeruch
  •  klebriger, schwarzer Stuhlgang

Fakt am Rande: Solange das Immunsystem noch jung ist, kann das Bakterium leichter die Abwehrkräfte täuschen und sich in der Magenschleimhaut festsetzen. Haben Sie erst im Erwachsenenalter Kontakt zu Helicobacter pylori, ist das Immunsystem oft so gut geschult, dass es den Erreger abtötet, bevor er siedeln kann.

 

Die Symptome richtig einordnen: akut versus chronisch

Die meisten Betroffenen haben eine langjährige, symptomfreie Infektion und die genannten Symptome sind daher das Resultat eines chronischen Verlaufs. Da der Körper bereits eine lange Zeit mit den Helicobacter pylori konfrontiert ist, sind die Symptome nicht nur unterschiedlich stark, sondern können für einige Zeit verschwinden und dann wieder aufkommen. Dieser unspezifizierte Verlauf ist sehr typisch für die chronische Form.

Es kommt jedoch auch vor, dass Patienten keine Ansteckung in der Kindheit und Jugend erfuhren, sondern als Erwachsene erstmals mit dem Keim in Kontakt kommen. In diesem Fall reagiert der Körper deutlich klarer und auch heftiger, da das Immunsystem mit aller Stärke auf den Plan tritt. Die akute Infektion soll aus der Magenschleimhaut vertrieben werden, was durch lokale Entzündungen erreicht wird. Die typischen Symptome in diesem Fall sind:

  •  plötzliche Magenschmerzen (oft ein Druckschmerz) nach dem Essen
  •  starkes Aufstoßen und Sodbrennen
  •  Übelkeit und Erbrechen nach einer Mahlzeit

Da die meisten Betroffenen damit zum Arzt gehen, kann dieser sofort nach der Ursache forschen und beim Entdecken der Keime handeln. In der Regel erfolgt eine Verordnung von Antibiotika, mit denen die Infektion binnen weniger Tage komplett aus dem Körper verbannt wird.

 

Die Symptome bei chronischem Verlauf besser verstehen

Treten Helicobacter pylori akut auf, sind die Symptome aufgrund der Immunabwehr gut nachvollziehbar. Doch warum verlaufen sie so unspezifisch bei chronischen Patienten?

Auch bei anhaltenden Infektionen mit H. pylori reagiert das Immunsystem, es hat jedoch schlechtere Karten, da die Bakterien sich über Jahre fest ansiedeln und eigene Abwehrmechanismen entwickeln konnten. Statt mit kleinen, lokalen Entzündungen zurückzuschlagen, reagiert der Körper meist mit einer kompletten Entzündung der Magenschleimhaut. Es entsteht eine sogenannte Gastritis. Diese verläuft in Schüben und kann die genannten Symptome in unterschiedlicher Stärke mit sich bringen.

Sehr gut verständlich in diesem Zusammenhang ist der Nüchternschmerz. Dieses Symptom entsteht bei einer Magenschleimhautentzündung dann, wenn längere Zeit nicht gegessen wurde. Der Grund: Speisebrei im Magen beruhigt die Schleimhaut vorübergehend als eine Art Ablenkung. Ist der Magen hingegen leer, ist die Entzündung deutlicher spürbar.

Kann die Gastritis die H. pylori nicht besiegen, verschlimmert sie sich immer stärker und es besteht die Gefahr, dass sie sich gegen die gesunden Körperzellen wendet. Es kann daher zu Magengeschwüren und Magenkrebs kommen. Aus diesem Grund ist eine zeitnahe Abklärung der genannten Symptome so wichtig.

Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie die beschriebenen Beschwerden erleben. Im Idealfall wird eine bestehende Infektion sofort erkannt und mit Antibiotika besiegt.

 

Wichtigstes Warnzeichen für einen ernsten Verlauf: Blut im Stuhl oder Teerstuhl

Haben Helicobacter pylori bereits eine so starke Entzündung verursacht, dass es zu kleinen Blutungen kommt, gelangen diese auch über den Darmtrakt hinein in den Stuhl. Größere Mengen sind mit dem bloßen Auge erkennbar. Bemerken Sie Blut im Stuhl, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Allerdings sind die Blutmengen meist eher von geringer Menge und gehen in der normalen Stuhlfarbe unter. In diesem Fall kann nur eine im Labor untersuchte Probe wirklich Aufschluss darüber geben, ob Blut im Stuhl vorhanden ist. Das erschwert das frühzeitige Erkennen.

Den sogenannten Teerstuhl hingegen erkennen Sie sofort. Meist ist er von klebriger Konsistenz und besitzt eine schwarze Farbe. Diese Einfärbung bekommt er durch das sogenannte Hämatin. Dabei handelt es sich um oxidiertes Hämoglobin. Normalerweise kommt Hämoglobin nicht mit der Magensäure in Kontakt, doch geschieht dies durch kleinere Blutungen, entsteht Hämatin und färbt den Magenbrei auf dem Weg durch den Darmtrakt. Teerstuhl ist daher ein deutliches Warnzeichen für krankhafte Veränderungen im Magen-Darm-Trakt.

 

Das auffälligste Symptom im fortgeschrittenem Stadium: Mundgeruch

Bleibt die Magenschleimhautentzündung über längere Zeit bestehen, beginnt das die Zusammensetzung der Gase zu verändern. Daher gibt es ein Symptom, das Helicobacter pylori häufig für das nähere Umfeld der Betroffenen enttarnt: Mundgeruch. Er wird nicht durch mangelndes Zähneputzen oder einmalig falsches Essen verursacht, sondern steigt durch die hohe Anzahl von H. pylori gemeinsam mit den Entzündungen aus der Speiseröhre empor.

Je länger die Entzündung andauert, desto stärker wird der Geruch. Da Menschen ihren eigenen Geruch aber nur selten bewusst wahrnehmen, wird selbst immer stärkerer Mundgeruch selten von den Betroffenen realisiert. Es ist daher das soziale Umfeld gefragt. Allerdings wird Mundgeruch noch immer häufig als Tabu gehandelt und viele Menschen trauen sich nicht, Familie, Freunde und Bekannte darauf anzusprechen.

Natürlich kann Mundgeruch auch ein Symptom für andere Krankheiten sein. Sind die Bakterien Helicobacter pylori Schuld, nützen aber meist weder Kaugummis noch Mundsprays. Die Hartnäckigkeit des Mundgeruchs deutet stark auf die Erreger aus dem Magen-Darm-Trakt hin.

Tipp: Bemerken Sie bei Ihren Mitmenschen auffallenden Mundgeruch, sprechen Sie ihn oder sie unter vier Augen darauf an. Sollte eine bislang unbekannte Infektion mit Helicobacter pylori bestehen, erweisen Sie der Person mit diesem Hinweis eine große Hilfe.

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Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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