Gesundheit

Cannabis gegen Krebs

Naturheilkunde trifft Schulmedizin: Kann Cannabis Krebs heilen?

Naturheilkunde als Ergänzung bei Krebserkrankungen ( Mit Buchvorstellung )

Naturheilkunde und Schulmedizin sind nicht die verfeindeten Disziplinen, als die manchmal dargestellt werden. Sie können bei verschiedenen Erkrankungen zum Wohl des Patienten kombiniert eingesetzt werden. Dies ist besonders bei Krebserkrankungen der Fall.

Die Erfahrung und verschiedene Studien zeigen, dass Krebspatienten davon profitieren, wenn die Naturheilkunde begleitend zur Schulmedizin eingesetzt wird. Naturheilkunde kann bei Krebs hilfreich sein, um die Heilungschancen zu verbessern und Beschwerden und Nebenwirkungen zu lindern.

 

Bisweilen werden besonders erfolgsversprechende Therapiekonzepte der Naturheilkunde von der Schulmedizin übernommen. Dazu kann auch die Therapie mit Cannabis gezählt werden.

 

Cannabis gegen Krebs:

Effektiv Beschwerden und Nebenwirkungen lindern

Seit Inkrafttreten des Gesetzes „Cannabis als Medizin“ im März 2017 sind Cannabis und seine Wirkstoffe, die sogenannten Cannabinoide, eine wichtige therapeutische Option für Krebspatienten in Deutschland. Patienten können für die Therapie mit Cannabis eine Kostenübernahme bei den Krankenkassen beantragen

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www.naturheilkunde-krebs.de/cannabis-bei-krebs/kostenuebernahme-cannabis-krankenkasse-beantragen

www.naturheilkunde-krebs.de

 

Die Krankenkasse muss bei schwer kranken Patienten die Kosten für Cannabis übernehmen, wenn damit eine Aussicht auf Heilung besteht und andere Optionen wirkungslos sind oder nicht in Frage kommen.

Für Krebspatienten besonders interessant ist der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) der Cannabis-Pflanze. THC ist für seine schmerzlindernden, antidepressiven, appetitanregenden und Übelkeit lindernden Wirkungen bekannt. Krebspatienten können THC in Form von Dronabinol (in Apotheken als Tropfen erhältlich), Nabinol (im Medikament Canemes), Nabiximol (im Medikament Sativex) oder THC-reichen Cannabisblüten einnehmen. Der Einsatz von THC kann bei Krebspatienten im Falle von Tumorschmerzen, therapiebedingter Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und depressiven Verstimmungen angedacht werden.

 

Neben THC ist das Cannabinoid Cannabidiol (CBD) ein wichtiger Wirkstoff der Cannabis-Pflanze. Cannabidiol ist im Gegensatz zu THC ohne Rezept, zum Beispiel in Form von CBD-Ölen, erhältlich. Cannabidiol kann bei Knochenschmerzen, Depressionen, Ängsten und Schlafstörungen von Krebspatienten hilfreich sein. Bei der Einnahme von CBD gilt es, seine potentiell appetithemmende Wirkung zu beachten. Diese sollten besonders Patienten, die unter Gewichtsverlust oder Mangelernährung leiden, berücksichtigen.

Besonders empfehlenswert ist die gleichzeitige Einnahme von THC und CBD. Diese ist zum Beispiel mit dem Cannabis-Medikament Sativex oder bei der Einnahme von Cannabis-Blüten gegeben.

Die beiden Cannabinoide THC und CBD können jedoch noch mehr. Es ist davon auszugehen, dass sie die Prognose einer Krebserkrankung beeinflussen können.

 

Kann Cannabis Krebs heilen?

Im Internet zirkulieren immer wieder Meldungen, dass Cannabis Krebszellen zum Absterben bringt. Viele fragen sich, wieso Cannabis dann nicht als Krebsmedikament eingesetzt wird. Die Antwort ist einfach: Die Studien, die die Krebswidrigkeit von Cannabis belegen, sind Tierstudien oder experimentelle Versuche an isolierten Krebszellen. Anhand dieser Ergebnisse kann nicht beurteilt werden, ob Cannabis bei einer tatsächlichen Krebserkrankung von Menschen hilfreich sein kann.

Erst sogenannte klinische Studien an Krebspatienten können das Potential von Cannabis als Krebsmedikament beurteilen. Bislang sind drei kleinere klinischen Studien zu diesem Thema abgeschlossen. Die Ergebnisse sind relativ vielversprechend. Die Cannabinoide konnten den Verlauf der Krebserkrankungen positiv beeinflussen und die Wirkung von Chemotherapien verstärken. Besonders bei schwer heilbaren Krebserkrankungen wie bei Tumoren des zentralen Nervensystems dürfte Cannabis bald eine wichtige Option sein.

 

Rick Simpson Öl

Der Kanadier Rick Simpson gilt als Pionier, was die Behandlung von Krebserkrankungen mit Cannabis betrifft. Weltweit gibt es viele Krebspatienten, die in der Hoffnung, ihren Krebs zu besiegen, Cannabis-Öl (sogenanntes Rick Simpson Öl) nach seinen Vorschriften einnehmen. Seine Lehre hat sicherlich die Erforschung von Cannabis als Krebsmedikament vorangetrieben.

Dennoch sind seine Behauptungen mit Vorsicht zu genießen. So etwa seine Aussage, dass alle Krebserkrankungen durch sein Öl geheilt werden. Diese Aussage ist irreführend, da er nach seinen eigenen Angaben nur von jedem zehnten Patient Rückmeldungen erhält.

Von einem medizinischen Standpunkt aus ist seine Warnung vor den schulmedizinischen Krebstherapien unverantwortlich. Letztere verfügen im Gegensatz zu seinem Öl über genaue Daten über ihre Wirksamkeit. Und diese Daten sind vielversprechend.

Mussten vor 30 Jahren noch gut zwei Drittel der Krebspatienten an der Erkrankung versterben, darf heute bald die gleiche Anzahl auf dauerhafte Heilung hoffen. Für diese positive Entwicklung sind die Forschritte der Schulmedizin verantwortlich.

 

Fazit

Cannabis und seine Wirkstoffe sind für Krebspatienten eine wertvolle Option. Der Einsatz von Cannabis hat sich besonders bei der Behandlung typischer Beschwerden und Nebenwirkungen wie Tumorschmerzen, therapiebedingter Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und depressiver Verstimmung bewährt. Im Vergleich zu anderen Medikamenten bietet der Einsatz von Cannabis entscheidende Vorteile: Er ist weitestgehend frei von Nebenwirkungen und kann verschiedene Beschwerden gleichzeitig lindern.

Wie steht es mit der Wirkung von Cannabis als Krebsmedikament? Bisherige Erkenntnisse aus der Forschung konnten weder die überoptimistischen Erwartungen noch die komplette Negierung des Potentials bestätigen. Behauptungen, dass Cannabis jeden Krebs heilt oder komplett wirkungslos bei Krebserkrankungen sei, sind damit unsachlich. Weitere Studien sind nötig, um die Etablierung von Cannabis als Krebsmedikament voranzutreiben.

Der Einsatz von Cannabis bei Krebserkrankungen zeigt, wie Naturheilkunde und Schulmedizin bei schweren Erkrankungen voneinander profitieren. Die Schulmedizin hat die von der Naturheilkunde bereits lange geschätzten Einsatzmöglichkeiten der Heilpflanze Cannabis übernommen und mit entsprechenden Forschungen belegt.

 

Buchvorstellung: Naturheilkunde bei Krebs

von Anne Wanitschek (Autor), Sebastian Vigl (Autor)

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Über den Autor

Sebastian Vigl ist Heilpraktiker in Berlin und Autor für diverse Fachzeitschriften.

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Zusammen mit seiner Praxiskollegin, der Heilpraktikerin Anne Wanitschek, hat er bereits verschiedene Bücher veröffentlicht. Ende August 2017 erschien der Ratgeber „Naturheilkunde bei Krebs“.

 

 

 

 

Quellen und Literatur:
www.naturheilkunde-krebs.de
www.sebastianvigl.de

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