Was ist CBD und wie kann es mir helfen:

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Was ist CBD?

CBD überschwemmt momentan zweifelsohne den Verbrauchermarkt und ist vor allem im Bereich der Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Aber was heißt CBD überhaupt und was ist wirklich dran am CBD-Hype?

CBD steht für Cannabidiol und ist ein Phytocannabinoid, aus der Hanfart Cannabis sativa L.. Es wurde erstmals von dem israelischen Chemiker Raphael Mechoulam synthetisiert und ist neben THC eines der bekanntesten Cannabinoide, von der die Hanfpflanzen mindestens 114 verschiedene produziert. Dennoch müssen CBD und THC hinsichtlich ihrer Wirkungsweise stark differenziert werden, denn während THC psychoaktiv wirkt und einen Rausch auslöst, hat CBD sogar anti-psychoaktive Effekte und fördert unsere Gesundheit, indem es unter anderem entzündungshemmende und stressreduzierende Eigenschaften hat[1].

Was bewirkt CBD?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass CBD in unserem Körper mit unserem sogenannten Endocannabinoid-System interagiert. Dieses angeborene System ist Bestandteil unseres zentralen Nervensystems und besteht aus Endocannabinoiden und den entsprechenden Rezeptoren, die wie Schlüssel und Schloss ineinander greifen. Die Endocannabinoide werden von unserem Körper produziert und lösen nach Bindung an den Rezeptor verschiedene Signalkaskaden aus bzw. blockieren diese.

Wo wirkt CBD genau? CBD interagiert vor allem mit den sogenannten CB2-Rezeptoren, die sich vor allem auf den Zellen des Immunsystems (T- und B-Lymphozyten, Monozyten, NK-Zellen, neurophilen Granulozyten) befinden. Außerdem sind die Rezeptoren vor allem in Zellen, die mit dem Knochenauf- und abbau in Verbindung stehen (Osteoblasten und -klasten) sowie im Magen-Darm-System lokalisiert. Es gibt zahlreiche Studien, die auf eine Linderung von Beschwerden bei

  • Arthritis[2]
  • Diabetes Typ 1[3]
  • Spasmen bei Multiple Sklerose[4]
  • chronische und akute Schmerzen (Fibromyalgie, Krebs, AIDS)[5]
  • neuropathische Schmerzen[6]
  • Schizophrenie[7]
  • posttraumatische Belastungsstörung[8]
  • Depressionen[9]
  • Angsterkrankungen, Epilepsie[10]
  • Entzündungsreaktionen[11]

durch CBD hindeuten.

CBD ist in Europa für die Behandlung von zwei Epilepsie-Formen bei Kindern (Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom) in Europa zugelassen. Forscher nehmen an, dass die Einnahme von CBD Auswirkungen auf den spannungsgesteuerten Ionenkanal VDAC1 (voltage-dependent anion-selective channel protein 1) auf den Mitochondrien hat[12]. Diese Kanäle spielen eine wichtige Rolle im Calcium-Transport in den Zellen und sind somit extrem wichtig für die Übertragung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Eine Studie aus 2019 deutet darauf hin, dass CBD ein attraktiver Kandidat für die Aufnahme in chemotherapeutische Protokolle für die Behandlung von akuter lymphoblastischer Leukämie der T-Zelllinie (T-ALL) ist. Grund für diese Annahme besteht, da durch CBD eine hochempfindliche Reaktionen auf pathologischen T-ALL Zelllinien beobachtet wurde, indem es zu einer Ca2+-Überbelastung der Mitochondrien der Krebszellen und deren Zelltod führte[13]. Welche Mechanismen genau ablaufen, ist allerdings noch nicht hinreichend erforscht.

Auf unser Immunsystem soll CBD Auswirkungen haben, indem es zur Apoptose, also dem Zelltod von T-Lymphozyten führt, die eigentlich für eine Immunreaktion sorgen. Dies könnte die entzündungshemmende, immunsuppressive Wirkung von CBD erklären[14][15].

Cannabidiol hat meist einen agnostischen, also einen „in die gleiche Richtung wirkenden“ Effekt, kann einige Rezeptoren aber wahrscheinlich auch blockieren.

Eine entgegengesetzte, antagonistische Wirkung wird z.B. für den GPR55-Rezeptor vermutet, dessen physiologische Rolle allerdings noch nicht geklärt ist. Wie die anderen Mechanismen des Endocannabinoid-Systems in unserem Körper ablaufen und wie genau es zur Linderung der vielfältigen Symptome beiträgt, wird momentan noch erforscht.

Kann CBD auch Tieren helfen?

Im Gegensatz zu THC können CBD Tropfen auch bei Tieren angewendet werden. Indikationen für die Verabreichung können chronischen und akute Schmerzen, Entzündungsreaktionen, Stress durch Transporte und vieles mehr sein[16][17]. Die Dosierung muss natürlich entsprechend der Größe des Tieres angepasst werden und sollte wie bei Menschen nur langsam gesteigert werden.

Ist CBD legal?

CBD beeinträchtigt weder unsere Zurechnungsfähigkeit noch hat es signifikante Nebenwirkungen. Aus diesem Grund können wir CBD Öl, Liquids, Kapseln, Nahrungsmittel und Topicals mit einem THC-Gehalt unter 0,2% legal in Deutschland kaufen. Der Kauf von CBD Blüten, die auch als CBD Gras bezeichnet werden, ist jedoch für Privatpersonen illegal – auch, wenn sie von Nutzhanf stammen und die THC-Grenze nicht überschreiten. Für die Behandlung von bestimmten Formen der Epilepsie ist Cannabidiol in Deutschland hochdosiert als Arzneimittel zugelassen und kann von Ärzten verschrieben werden. Dieses Rezept kann dann wie andere rezeptpflichtige Medikamente in Apotheken eingelöst werden.

  1. Was Sie vor dem Kauf von CBD wissen sollten

Wo kann ich CBD Produkte kaufen? Wer kann CBD verschreiben?

CBD Produkte können sowohl in einigen Apotheken, ausgewählten Geschäften wie Bio-Märkten, Rossmann-Filialen und Hanf-Fachgeschäften gekauft oder online bestellt werden. Generell sollte man sich vorher ausführlich über ein CBD Produkt informieren und nicht einfach zum nächstbesten oder günstigsten Produkt greifen. Die Qualität hat bei CBD oberste Priorität und mittlerweile gibt es viele Plattformen, auf denen hilfreiche Erfahrungsberichte verschiedener CBD Produkte und Hersteller geteilt werden.

Hochdosiertes CBD als Arzneimittel ist rezeptpflichtig und kann ausschließlich von einem Arzt bzw. einer Ärztin verschrieben werden. Heilpraktiker sind keine Ärzte und dürfen keine Medikamente verschreiben.

Welche CBD Produkte gibt es?

CBD kann man auf sehr viele verschiedene Arten konsumieren. Die gängigste Anwendung von CBD erfolgt in Form von CBD Öl. Es darf allerdings nicht mit Hanf-Öl verwechselt werden, das kein CBD enthält. Neben dem CBD Öl gibt es mittlerweile auch viele weitere CBD Produkte wie CBD Kapseln, Liquids, Nahrungsmittel und CBD Kosmetik. Wir wollen uns die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Produkte näher anschauen.

CBD Öl

Aus was besteht CBD Öl?

CBD Öl ist eine Mischung aus pflanzlichen Öl als Trägermittel (oft Hanfsamen-, Olivenöl oder MCT-Öl) und einem CBD Extrakt. Wie das CBD Öl hergestellt wird, werden wir später noch im Detail erfahren.

Vorteile von CBD Öl

Die sublinguale Aufnahme von CBD Öl, also das Träufeln unter der Zunge, ist die beliebteste Art CDB einzunehmen. Durch die Aufnahme über die Mundschleimhaut wird eine gute Bioverfügbarkeit von 12-35% erreicht. Ein Effekt stellt sich bereits nach 5-10 min ein und ist deshalb vor allem für akute Stresssymptome ratsam. Man erhält mit sublingualer Einnahme von CBD außerdem ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei geschmacksempfindlichen Personen, kann die Aufnahme von CBD Öl auch oral erfolgen, also z.B. in ein Getränk gemischt werden. Dabei wird jedoch die Bioverfügbarkeit verringert und der Wirkung verlangsamt (siehe CBD Kapseln).

CBD Liquid

Aus was besteht CBD Liquid?

CBD Liquid kann in E-Zigaretten oder Vaporizern verdampft werden. Als Trägerstoff bei CBD Liquids dienen Propylenglykol und pflanzliches Glycerin. Der Liquid Dampf ist weitaus angenehmer zu inhalieren als Zigarettenrauch, geschmacksneutral oder sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Minze etc. erhältlich, sodass man nicht durch einen auffälligen Hanfgeruch auffällt.

Vorteile von CBD Liquid

CBD Liquids sind für Personen geeignet, die eine diskrete und schnelle Einnahme von CBD bevorzugen. Beim Dampfen von CBD setzt die Wirkung sofort ein und hat mit 34-56% die höchste Bioverfügbarkeit der frei verkäuflichen CBD Produkte. Von der Wirkschnelligkeit (wenige Minuten) und Wirkdauer (ca. eine Stunde) ist das CBD rauchen für akute Dysbalancen geeignet und mit einem CBD Öl zu vergleichen.

CBD Kapseln

Vorteile von CBD Kapseln

CBD Kapseln eignen sich für Menschen, die CBD dauerhaft anwenden möchten. Da die Kapsel erst einen „Umweg“ über Leber und Magen-Darm-Trakt gehen muss, geht ein Teil des CBDs verloren und ein Effekt tritt erst nach ca. 30 min ein. Die Bioverfügbarkeit liegt mit 4-20% zwar geringer als bei sublingualer Einnahme, aber die Kapseln haben dafür einen längeren Effekt im Körper. Sie sind also gut geeignet, um Stress und Ängste gar nicht erst aufkommen zu lassen und den gesamten Körper vorbeugend zu schützen.

CBD Kristalle

Verwendung von CBD Kristallen

Eine oft gestellte Frage ist, wie man CBD Kristalle konsumieren kann. CBD Kristalle sind CBD in seiner reinsten Form (98-99% CBD). Diese Anwendung ist allerdings nicht für Einsteiger geeignet und sollte aufgrund der potentiell hohen Konzentration vorher mit einem Arzt besprochen werden. Da CBD Kristalle wie Puderzucker aussehen, müssen sie mit einer Feinwaage abwogen werden.

Der Vorteil von CBD Kristallen ist, dass sie für verschiedene Anwendungen verwendet werden können. So können sie mit einem Vaporizer verdampft, in Öl (z.B. Kokosöl, Hanf- oder Olivenöl) aufgelöst und und in Form eines eigenen CBD Öls verwendet werden. Außerdem kann man es in Getränke, Nahrungsmittel oder mit Tabak mischen. In Kombination mit Öl bzw. Fett kann das CBD noch besser vom Körper aufgenommen werden. Da die Kristalle geschmacksneutral sind, können sie auch pur unter die Zunge gelegt werden. Aufgrund der hohen Dosierung muss dabei allerdings extrem vorsichtig abgewogen werden, um eine Überdosierung zu vermeiden. Außerdem verliert man schnell den Überblick wie viel CBD man zu sich genommen hat. CBD-Kristalle sind trotz der hohen Konzentrationen in Deutschland legal solange der THC-Gehalt unter 0,2% liegt.

CBD Topicals

Das Endocannabinoid-System und damit auch unsere Cannabinoid-Rezeptoren, erstrecken sich nicht nur über unser Nervensystem und innere Organe sondern auch über unser allergrößtes Organ, die Haut. So werden CBD Salben und Pflegeprodukte aufgrund ihrer schmerzlindernden und stressreduzierenden Wirkung immer beliebter.

Hautpflege

CBD Cremes, Salben, Gele und Öle können helfen Hautunreinheiten, Falten und Akne zu bekämpfen. Forscher gehen einerseits von einer antioxidativen Wirkung von CBD aus. Als Antioxidans kann CBD freie Radikale einfangen, die z.B. durch UV-Strahlung entstehen und zu Falten, Pigmentflecken oder im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen können. Aber es kann auch einfach zur Beruhigung der Haut und Verringerung von Entzündungen eingesetzt werden.

Die entzündungshemmende Wirkung von CBD Salben kann man sich z.B. bei Akne, Neurodermitis, Ekzemen, Psoriasis (Schuppenflechte), Rosacea zu Nutze machen. Der beruhigende Effekt kann dazu beitragen Rötungen, Hautirritationen und Ausbrüche zu minimieren. Außerdem soll es eine übermäßige Talgproduktion reduzieren und somit die Ursache der Akne bekämpfen und das Zellwachstum regulieren.

Eine Studie der Nottingham University erforschte die Effekte verschiedener Cannabinoide auf die Überproduktion von Keratinozyten wie es bei der Schuppenflechte der Fall ist. Es zeigte sich, dass die Phytocannabinoide CBD, THC, CBG und CBN sowie das Endocannabinoid Anandamid die Überproduktion regulieren können.

Beim Kauf von CBD Cremes oder Salben sollte darauf geachtet werden, dass diese frei von chemischen Zusätzen sind.

Verletzungen

Nicht nur in der Kosmetik und Behandlung von Hautproblemen findet CBD Anwendung sondern auch im Bereich der Schmerzen und Verletzungen. Durch das lokale Anwenden des CBDs kann es besonders gezielt an den gewünschte Stelle eingesetzt werden.

Zu den bekanntesten Indikationen solcher Gele zählen Verspannungen von Muskeln, Schulter-, Gelenk- und Rückenschmerzen, Schwellungen und Prellungen.

Studien haben gezeigt, dass CBD wahrscheinlich an die TRPV-1-Rezeptoren in der Haut bindet und somit Juckreiz, Hitze und Schmerzen bekämpft werden können.

Anwendung von CBD Topicals

Im Gegensatz zu CBD Öl oder Kapseln, können sogenannte Topicals ganz gezielt auf betroffene Stellen aufgetragen werden und so besonders effektiv wirken. Das CBD wird dabei über einen langen Zeitraum gleichmäßig von der Haut absorbiert.

Für die Behandlung von Schmerzen und Entzündungen mit CBD Kosmetika sollten sie diese großzügig und in mehreren Schichten aufgetragen werden. Nach dem Einmassieren sollten Sie das Topical einziehen lassen und das Eincremen ein oder zwei Mal wiederholen.

CBD Blüten

CBD Blüten, die auch als CBD Gras bezeichnet werden, enthalten einen hohen CBD Gehalt und nur einen geringen Anteil an THC. Obwohl CBD auch in anderen Teilen der Cannabispflanze vorkommt, ist der Anteil von CBD in den Blüten am höchsten. Interessant ist außerdem, dass CBD Blüten einer anderen Hanfart als medizinische Cannabisblüten (mit großen Mengen an THC) entstammen. Obwohl CBD Blüten nicht zu einem Rausch führen können, dürfen sie in Deutschland laut Betäubungsmittelgesetz nicht an Privatpersonen verkauft werden! Sie dürfen ausschließlich von Händlern gekauft werden, die sie zu Kosmetik- und Gesundheitsprodukten weiter verarbeiten. Grund für das Erwerbsverbot ist die Tatsache, dass selbst Nutzhanfsorten minimale Mengen an THC enthalten, die von einem Endverbraucher extrahiert und zu Rauschzwecken verwendet werden könnten. Mit dem Verbot soll ein solcher Missbrauch verhindert werden.

Wie entsteht CBD Öl?

CBD Öl besteht aus einem Trägeröl und einer bestimmten Konzentration an reinem CBD Extrakt. Zur Herstellung von CBD Extrakt werden die in der Hanfpflanze enthaltenen Stoffe mit Hilfe eines Lösungsmittels extrahiert. Als Lösungsmittel wird dabei oft Ethanol (reiner „Trinkalkohol“) oder Kohlenstoffdioxid (CO2) verwendet. Bei extremer Erhöhung von Druck und Temperatur verhält sich CO2 wie eine Flüssigkeit und kann den Blüten der weiblichen Hanfpflanze seine Wirkstoffe entziehen. Dieses Verfahren wird als CO2-Extraktion bezeichnet und gilt als relativ sicheres Extraktionsverfahren, da CO2 bei normalem Druck und Raumtemperatur einfach verdampft. Außerdem ist diese Methode besonders ressourcenschonend, weil das CO2 wiederverwertet werden kann. Anschließend wird das CBD Extrakt mit einem pflanzlichen Öl gemischt und die gewünschte Konzentration an CBD eingestellt.

Bei einer schonenden Extraktion wie z.B. mit CO2 bleiben die natürlichen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze wie CBD-Säure (CBDa), Terpene und Flavonoide enthalten bleiben. Wird das Extrakt in seiner rohen Form im CBD Öl verwendet, spricht man von einem Vollspektrum CBD Öl. Wird das Extrakt in einem zusätzlichen Schritt erhitzt, gehen viele dieser Pflanzenstoffe verloren und der Geschmack wird milder. Da in diesem Fall die CBDa zu CBD decarboxyliert wird, spricht man hier von einem decarboxylierten CBD Öl.

Worauf muss ich beim CBD Kauf achten und woran erkenne ich ein hochwertiges Produkt?

Frei verkäufliche CBD-Produkte werden nicht von der EMA (Europäische Arzneimittelagentur) kontrolliert und reguliert. Aus diesem Grund sind Käufer dazu angehalten sich eigenständig über die Herkunft, Art des Anbaus und der Ernte zu informieren und die einzelnen Herstellungsschritte kritisch zu hinterfragen. Obwohl CBD Produkte nicht gerade günstig sind, sollte beim Kauf streng auf eine hohe Qualität geachtet werden, um den beabsichtigten Effekt zu erreichen. Bei Kauf eines minderwertigen CBD Produkts können mitunter gewünschte Effekte ausbleiben oder sogar Nebenwirkungen auftreten. Schauen wir uns also an, worauf Sie Kauf achten müssen und wo die kritischen Punkte liegen.

CO2-Extraktion: CBD wird vorwiegend in den Blüten von Nutzhanf produziert. Um das CBD aus von den Blüten in die Flasche, Kapsel usw. zu bringen, wird das Pflanzenmaterial zerkleinert und mit einem Lösungsmittel gemischt, um es darin zu lösen. Dieses Verfahren wird als Extraktion bezeichnet. Als Lösungsmittel können verschiedene Flüssigkeiten, aber auch Kohlenstoffdioxid (CO2) verwendet werden. Der Vorteil bei diesem Verfahren ist, dass Kohlendioxid bei Raumtemperatur und Normaldruck gasförmig ist und das CBD Extrakt garantiert lösungsmittelfrei ist. Außerdem ist diese Form der Extraktion besonders ressourcenschonend, da das Gas wieder verwendet werden kann.

Decarboxyliert: Decarboxylierte CBD Produkte werden im Herstellungsprozess stark erhitzt. Folglich wird die natürlich vorkommende CBD-Säure decarboxyliert und in CBD umgewandelt. Da beim Erhitzen viele Inhaltsstoffe verloren gehen, bleibt der Entourage-Effekt aus (siehe Stichpunkt Vollspektrum). Aufgrund des milden Geschmacks sind decarboxylierte CBD Öle vor allem für geschmackssensible Menschen geeignet.

EU-Sortenkatalog: Ein CBD Produkt sollte aus Hanfpflanzen bestehen, die im offiziellen EU-Sortenkatalog gelistet sind. Wenn Informationen über die Herkunft des Hanfs nicht in der Produktbeschreibung stehen oder die Produkte aus osteuropäischen Ländern stammen, sollte besonders sorgfältig auf die Inhaltsstoffe, die Herkunft und Verarbeitung des Produkts geachtet werden.

GMP-Siegel: Ein GMP-Siegel zeigt, ob ein Produkt nach den Regeln der „Good Manufacturing Practice“ hergestellt wurde. Die Anforderungen an GMP-Zertifikate sind national und international festgeschrieben. Wichtige Bestandteile des GMP-Regelwerks sind Anforderungen an Hygiene, die Räumlichkeiten, die Ausrüstung, Dokumentation und die regelmäßige Kontrolle der hergestellten Produkte. Somit kann der Hersteller garantieren, dass das Produkt immer unter den selben Umständen hergestellt wird und die Qualität konstant bleibt.

Labortests: CBD Produkte (ausgenommen Arzneimittel) müssen aufgrund der fehlenden Regulierungen in Deutschland nicht in einem Labor getestet werden bevor sie auf den Markt kommen. Hersteller, die Produkte mit hoher Qualität verkaufen, haben detaillierte Angaben über den Herstellungsprozess und die Inhaltsstoffe oder sogar ganze Laborberichte auf ihrer Website.

THC-Gehalt: CBD wird aus speziellen Nutzhanf-Pflanzen gewonnen. Dennoch enthalten diese auf natürlich Weise noch minimale Mengen an THC. Die Hanfsorten, die in Europa bzw. Deutschland legal angebaut werden dürfen, sind in einem EU-Nutzhanf-Sortenkatalog festgehalten und werden jedes Jahr auf ihren geringen THC-Anteil getestet. Bei in Deutschland frei verkäuflichen CBD Produkten muss der THC-Gehalt unter 0,2% liegen.

Vollspektrum: Ein CBD Produkt, auf dem der Begriff „Vollspektrum“ oder „Roh-Öl“ steht, enthält neben CBD zusätzlich das gesamte Spektrum an Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden. Das Zusammenspiel der 114 bekannten Cannabinoide mit CBD-Säure (kurz CBDa) und Terpenen, die Bestandteile ätherischer Öle sind, wird als „Entourage-Effekt“ bezeichnet, von dem viele Forscher überzeugt sind. Sie gehen davon aus, dass dieser das Wirkspektrum von CBD erweitert und den Gesamteffekt verstärkt. Aufgrund der vielen verschiedenen Pflanzenwirkstoffe schmeckt ein Vollspektrum Öl herber im Vergleich zu decarboxylierten CBD Produkten oder CBD Isolat. Allerdings wird CBDa bei Sonneneinstrahlung oder Hitzeeinwirkung in CBD umgewandelt. Aus diesem Grund sollte ein Vollspektrum CBD Produkt an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahrt werden.

Wie kann ich mein CBD Öl lagern

Die Lagerung spielt bei CBD Produkten, vor allem bei CBD Vollspektrum Öl eine wichtige Rolle, denn die wichtige CBD-Säure sowie Terpene und Flavonoide können bei falscher Lagerung abgebaut werden. Direkte Sonneneinstrahlung und Hitze können dazu führen, dass die sekundären Pflanzenstoffe vorzeitig verloren gehen und die Wirkung des CBD Öls schwächer wird.

Am besten kann das Öl an einem dunklen und kühlen Ort wie dem Kühlschrank oder einem geschlossenen Schrank gelagert werden und sollte vor jeder Benutzung kurz geschüttelt werden, sodass sich die Bestandteile gleichmäßig im Fläschchen verteilen können.

Bei richtiger Lagerung kann man das Öl ca. ein Jahr aufbewahren. Nach der Öffnung sollte es aufgrund der begrenzten Haltbarkeit des Trägeröls innerhalb von 2-3 Monaten aufgebraucht werden. Falls das Öl Farbe, Geruch oder Geschmack stark verändert, sollte es nicht mehr verwendet werden.

Was Sie vor der CBD Einnahme wissen sollten

Wie kann man CBD Öl dosieren?

Meist werden CBD Öle mit 5 oder 10% angeboten. Aber was bedeutet diese Angabe in Prozent? Das bedeutet, dass diese CBD Öle neben einem Pflanzenöl zu 5 oder 10% aus reinem CBD-Extrakt bestehen. Generell sollten Sie sich bei der ersten Anwendung an die vorgeschlagene Dosierung des Herstellers halten. Aber natürlich sind wir unterschiedlich groß und schwer. Aus diesem Grund können die Mengenangaben stark variieren. Die Dosierungsempfehlung gilt in der Regel für eine Person zwischen 60-90 kg.

Ansonsten empfiehlt es sich bei der ersten Anwendung je nach Stärke der Beschwerden mit ca. 3-5 Tropfen eines niedrig dosierten Öls wie 5% zu starten und auszuprobieren, ob man bereits einen Effekt verspürt. Diese Menge kann bis zu drei Mal am Tag eingenommen werden. Falls die gewünschte Wirkung nach einer Woche nicht erreicht wurde, kann die Dosis schrittweise erhöht werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Stärke des Effekts nicht linear mit der Dosis steigt, sondern die Wirkung bei Überdosierung wieder abnehmen werden kann.

Wer CBD zu medizinischen Zwecken als Arzneimittel einsetzen möchte, muss eventuell deutlich größere Mengen CBD zu sich nehmen und sollte sich am Patiententelefon der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V. oder von einem Arzt bzw. einer Ärztin beraten lassen, der/die sich mit CBD auskennt.

Hat CBD Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und macht CBD es abhängig?

Die WHO hat CBD als „sicher“ eingestuft, da „weder Missbrauchs- noch Abhängigkeitspotential“ besteht. Bei Überdosierung könnten trotzdem leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, niedriger Blutdruck oder Verdauungsprobleme auftreten[18]. Verwendet man CBD als Arzneimittel für z.B. Epilepsie, dann hat CBD als Naturheilmittel im Vergleich zu vielen chemischen Arzneimitteln nur milde Nebenwirkungen. Dennoch ist es wichtig mit geringen Dosen an CBD zu starten und die Dosis nur langsam zu erhöhen. Solltest Du regelmäßig Medikamente einnehmen, empfehlen wir dir das Patiententelefon der „Arbeitsgemeinschaft – Cannabis als Medizin e.V.“.

Wechselwirkungen können mit Medikamenten wie Calcium-Antagonisten, Beta-Blockern, Antihistaminika, Colesterinspiegel-senkenden, antiretroviralen und immunsuppressiven Medikamenten entstehen. Durch die orale CBD Einnahme können die Enzyme CYP2C9, CYP2C19, CYP3A4 und CYP2D6 beeinflusst werden. Forscher gehen davon aus, dass CYP3A4 und CYP2D6 durch CBD langsamer abgebaut werden könnten und deshalb Medikamente, die durch diese Enzyme verstoffwechselt werden, langsamer abgebaut werden.

Damit würden sie in Kombination mit CBD stärker werden. Potentielle pharmakokinetische Wechselwirkungen können bei Medikamenten wie Pantoprazol, Omneprazol, Marcumar, Warfarin, Diclofenac, Risperidon, Haloperidol und Clobazam entstehen. Falls Sie eines dieser Medikamente einnehmen, sollten Sie unbedingt Rücksprache mit einem Arzt/ einer Ärztin in Ihrer Umgebung oder am bereits genannten Patiententelefon halten, der/ die sich mit CBD auskennt.

CBD wird fälschlicherweise oft mit THC und dessen psychoaktiven und süchtig machenden Eigenschaften assoziiert. Somit besteht bei vielen Menschen die Angst, bei regelmäßigem Gebrauch von CBD nicht mehr ohne entspannen zu können. Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, müssen wir unser Endocannabinoids-System näher betrachten. Unser Cannabinoid-Speicher kann bei einem stressigen Alltag und verschiedensten Erkrankungen aus dem Gleichgewicht geraten und einen Mangel bestimmter Cannabinoide aufweisen.

Oft wird diese Unausgeglichenheit als Müdigkeit, Unwohlsein, Kopfschmerz oder Stress wahrgenommen. Mit einer cannabinoidreichen Ernährung und der Supplementierung von CBD füllen wir einfach nur unseren natürlichen Cannabinoid-Speicher auf, ohne Gefahr zu laufen uns daran zu gewöhnen. Demnach ist die Angst abhängig zu werden unberechtigt, denn bringen wir unseren Körper quasi lediglich zurück in seinen natürlichen Zustand.

Wie Sie Ihr Endocannabinoid-System am besten pflegen

Das Endocannabinoid-System ist essentiell für unser Wohlbefinden und unsere Ausgeglichenheit im Alltag. Da es unsere Stimmung, Schlaf, Immunsystem und vieles mehr beeinflusst, sollten wir es bestmöglich schützen und pflegen. Wissenschaftler sind sich einig, dass Phytocannabinoide wie CBD die effizienteste Möglichkeit darstellen, um einen Mangel der Endocannabinoide auszugleichen. Aber wir können auch die Produktion unsere körpereigenen Endocannabinoide und Cannabinoidrezeptoren im Körper stärken. Eines der wichtigsten Endocannabinoide ist Anandamid und wurde nach „Ananda“ benannt, das aus dem Sanskrit stammt und übersetzt „Glückseligkeit“ bedeutet. Es wird zum Beispiel in Stressituationen ausgeschüttet und führt durch die Bindung an CB1-Rezeptoren (an die auch THC binden) zu einem schmerzlindernden Effekt.

  • Probiotika (Joghurt, Kefir, fermentiertes Gemüse) fördern Bildung von CB1- und CB2-Rezeptoren im Verdauungstrakt
  • Omega-3-Fettsäuren (Leinöl und -samen, Hanföl und -samen, Fisch) haben einen positiven Effekt auf die Bildung der Cannabinoidrezeptoren, der Endocannabinoide und der benötigten Enzyme
  • Kakao und Maca verlangsamen den Abbau wertvoller Endocannabinoide
  • Sportliche Aktivität, Entspannungsübungen (z.B. Yoga oder Meditation) und eine kalorienreduzierte Ernährung fördern Bildung von Endocannabinoiden und CB1-Rezeptoren
  • Chronischer Stress, hoher Fett- und Zuckerkonsum, starker Alkoholkonsum, Nikotin beeinträchtigen dagegen die Funktion der CB1-Rezeptoren und leert den Endocannabinoid-Haushalt.

 

Quellen, Nachweise, Literatur

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[3] Weiss et al. Cannabidiol Arrests Onset of Autoimmune Diabetes in NOD Mice. Neuropharmacol. 2008 Jan; 54(1):244-249.

[4] Patti et al. Efficacy and safety of cannabinoid oromucosal spray for multiple sclerosis spasticity. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2016 Sep; 87(9): 944-951.

[5]Abraham et al. Orally consumed cannabinoids provide long-lasting relief of allodynia in a mouse model of chronic neuropathic pain. Neuropsychopharmacol. 2019 Dec 07. https://doi.org/10.1038/s41386-019-0585-3

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[18] Iffland und Grotenhermen. An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Dara and Relevant Animal Studies. Cannabis Cannabinoid Res. 2017 Jun 1;2(1):139-154.

Zusammenfassung:

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