Arten und Anwendung von Blutdruckmessgeräten

Betroffene, die unter Bluthochdruck leiden, werden in den meisten Fällen von ihrem Arzt angehalten, ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und zu protokollieren. Dies gilt für unterschiedliche Tageszeiten, in Stress- und Ruhephasen gleichermaßen.

Doch die wenigsten Betroffenen sind in der Lage mit einer Oberarmmanschette und einem Stethoskop ihren eigenen Blutdruck zu messen, wie es in der Arztpraxis meist durch eine Arzthelferin geschieht.

Blutdruckmessgeraete
Blutdruckmessung – Urheber: fernandozhiminaicela, pixabay.com

Wie zuverlässig sind Blutdruckmessgeräte – Faktenblock:

  1. Im Handel erhältliche Blutdruckmessgeräte verfügen über einen automatisierten Messprozess. Nach dem Anlegen der Manschette und dem Betätigen des Startknopfes können die Werte nach kurzer Zeit abgelesen werden
  2. Automatische Blutdruckmessgeräte gibt es für das Handgelenk oder für den Oberarm
  3. Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk sind für Menschen mit weiteren Erkrankungen wie Arteriosklerose nicht geeignet
  4. Automatisierte Blutdruckmessgeräte müssen für zuverlässige Werte wie vom Hersteller beschrieben angewendet werden, damit keine Fehlerwerte gemessen werden
  5. Bei Fragen kann der behandelnde Arzt oder ein Apotheker behilflich sein

 

Nur die wenigstens der rund 25 Millionen Bluthochdruck-Betroffenen in Deutschland haben medizinisches Fachpersonal im engeren Lebensumfeld, dass eine Messung mit diesen Geräten in den beschriebenen Lebenslagen durchführen kann.

Wie gut, dass es im Handel eine Vielzahl von scheinbar geeigneten Geräten gibt, die den Blutdruck am Handgelenk oder am Oberarm messen sollen. Die Geräte sind relativ kostengünstig für 15 bis 50 Euro zu haben. Doch wie zuverlässig sind Blutdruckmessgeräte?

Welche Unterschiede gibt es bei Blutdruckmessgeräten?

Während in der Arztpraxis noch ganz klassisch „von Hand“ mit Stethoskop und von Hand aufgepumpter Manschette gemessen wird, bieten die frei verkäuflichen Geräte dem Nutzer mehr Komfort:

Der Käufer muss lediglich die Manschette anlegen und einen Startknopf bedienen, der Messprozess an sich läuft vollautomatisch ab. Die Blutdruckwerte sind im Handumdrehen abzulesen. Die Manschette dieser Geräte ist entweder wie beim Arzt auch für den Oberarm geeignet oder für das Handgelenk. Käufer müssen sich vorab entscheiden, wo sie ihren Blutdruck zukünftig messen möchten.

Blutdruckmessgeräte für den Oberarm

Blutdruckmessgeräte für den Oberarm erinnern am ehesten an das Blutdruckmessen beim Arzt. Tatsächlich weisen diese Geräte eine geringere Fehlerquote auf als ihre Verwandten für das Handgelenk.

Bei diesen Geräten wird eine Manschette im den Oberarm gelegt, die mit dem Messgerät verbunden ist. Dieses Messgerät bleibt auf dem Tisch stehen, auf dem der Oberarm ähnlich wie in der Arztpraxis liegt.

Zukünftige Nutzer sollten beim Kauf darauf achten, dass die Manschette gut passt. Ist diese zu klein oder zu groß, sodass ein passgenaues Anlegen nicht möglich ist, kann dies die Werte verfälschen. Das Messgerät bestimmt den Blutdruck, indem es die Schwingungen der Gefäße durch die Manschette erfasst. Ein Prozessor im inneren des Messgerätes bestimmt daraufhin den Blutdruck.

Diese Messmethode ist die sogenannte oszillometrischen Methode, welche die aufgenommenen Impulse der Gefäße auswertet.

Mittlerweile gibt es auch Geräte für den Oberarm, die ähnlich wie der Arzt, den Blutdruck „erhorchen“. Unterschiede oder Vorteile, welche Messmethode bei automatisierten Geräten besser funktioniert, gibt es bisher nicht.

Die Vorteile von Blutdruckmessgeräten für den Oberarm:

  • Große, leicht abzulesende Anzeige des Messgerätes
  • geringe Fehlerquelle
  • funktioniert auch bei Arteriosklerose

Als Nachteile sind zu nennen:

  • Höherer Anschaffungspreis
  • Umständlicher in der Handhabung als Messgeräte für das Handgelenk

Blutdruckmessung
Blutdruckmessung – Urheber: McRonny – pixabay.com

Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk

Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk besteht nur aus einer Manschette, die sich Nutzer um das Handgelenk schnallen. Das Messgerät als solches ist in die Manschette integriert und zeigt die Werte direkt am Handgelenk an.

Dadurch sind diese Messgeräte deutlich kleiner und handlicher als ihre Verwandten für den Oberarm.

Wer sich ein solches Gerät anschaffen möchte, sollte aber einiges beachten: Betroffene, die neben dem Bluthochdruck an einer Arteriosklerose leiden, greifen besser zu einem Oberarmmessgerät, da Handgelenkmessgeräte bei diesem Krankheitsbild häufig fehlerhafte Werte liefern. Auch bei anatomischen Besonderheiten der Arme und Hände ist dieses Gerät nicht geeignet.

Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk ermitteln den Blutdruck meist (ähnlich wie viele Oberarmmessgeräte) mit der oszillometrischen Methode, die Frequenzen der Gefäße auswertet.

Beim Bestimmen des Blutdrucks mit diesen Geräten sollte der Ellenbogen auf einem Tisch abgestützt und das Handgelenk in Herzhöhe gehalten werden. Hierzu muss der Unterarm angewinkelt werden. Warum diese Stellung wichtig für einen genauen Wert ist zeigt sich im Selbstversuch: Betroffene können mit einem hoch gelagerten Handgelenk, einem tief gelagerten Handgelenk und einem ideal gelagerten Handgelenk drei sehr unterschiedliche Werte messen.

Vorteile eines Blutdruckmessgerätes für das Handgelenk sind:

  • niedriger Anschaffungspreis
  • kleine, handliche Größe
  • einfachere Anwendung

Als Nachteile sind zu nennen:

  • höhere Fehlerquote
  • nicht für alle Menschen geeignet

Wie zuverlässig sind Blutdruckmessgeräte?

Ob am Handgelenk oder am Oberarm: Richtig angewendet sind die Werte der automatisierten Blutdruckmessgeräte laut einem Test der Stiftung Warentest alle. Betroffene können sich hierbei sicher auch von ihrem Arzt oder einem Apotheker beraten lassen, welches Gerät für sie passend ist.

Dies ist gerade bei bestimmten Nebenerkrankungen wie Arteriosklerose empfehlenswert. Die konventionelle Messmethode beim Arzt ist die sicherste Messmethode für den Blutdruck. Jede größere medizinische Studie, die sich den Werten des Blutdrucks bedient, orientiert sich an dieser Messmethode, weshalb sie auch der behandelnde Arzt anwendet, um vergleichbare Werte zu ermitteln.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich diese Messmethode vom Arzt zeigen lassen und konventionell Zuhause messen.

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