Bifidobakterien – Therapie und Mangel

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Bifidobakterien – die Basis für einen gesunden Darm

Jeder Mensch besitzt im Verdauungstrakt so genannte Bifidobakterien. Sie kontrollieren Bakterien und Krankheitserreger und halten uns gesund. Über hochwertige Probiotika ist es möglich, Bifidobakterien im Darm anzusiedeln. Sie gelten als Basis für eine gesunden Darmflora und eine funktionierende Verdauung.

Im folgenden Beitrag beschäftigen wir uns eingehender mit der Funktion von Bifidobakterien. Obendrein klären wir die Frage, wie wir diese „guten“ Bakterien unserem Körper zuführen.

Bifidobakterien
Stäbchenbakterien – Urheber: toeytoey / 123RF

Bifidobakterien – Konzentration bei Erwachsenen & Kindern

Vor mittlerweile 20 Jahren hat man herausgefunden, dass Bifidobakterien zu den wichtigsten Bestandteilen unserer Darmflora gehören. Ein Erwachsener kommt auf einen durchschnittlichen Anteil von etwa 25 %. Bei Neugeborenen erreicht die Konzentration sogar die 95 % Marke. Eigentlich besiedeln Bifidobakterien vorwiegend den Dickdarm und gehören zur Gruppe der Probiotika. Die unterschiedlichen Arten der Probiotika haben spezifische Aufgaben. Mit zunehmendem Alter kann die Konzentration an Bifidobakterien merklich sinken.

 

Bifidobakterien – die Arten in der Übersicht

Die wichtigsten Arten der Bifidobakterien sind vorwiegend in Naturjoghurt enthalten und gelten als kombinierte Nahrungsergänzung:

  • Bifidobacterium adolescentis: Diese Arten befinden sich in unserem Verdauungstrakt. Darüber hinaus können Sie die Aufnahme und Wirkung schädlicher Bakterien hemmen.
  • Bifidobacterium bulgaricus: Sie gehören eindeutig zu den wichtigsten Bakterien für unsere Verdauung. Sie wirken effektiv bei Störungen im Darmsystem, wie zum Beispiel bei Blähungen und schalten unterschiedliche Bakterien aus.
  • Bifidobacterium infantis sind insbesondere im Verdauungstrakt aller Säuglinge enthalten. Erst mit dem Abstillen verschwinden sie im Körper und werden durch Bifidobacteria bifidus ersetzt.
  • Bifidobacterium longum: Sie sind für unser Verdauungssystem und Immunsystem äußerst wichtig und können über einige Joghurtsorten zugeführt werden. Bifidobacteria longum schützen die Darmschleimhaut vor giftigen Stoffen und können Diarrhoe entgegenwirken. Darüber hinaus vereinfachen sie die Verdauung von Laktose.

 

Bifidobakterien über die Nahrung aufnehmen

Sie haben die Möglichkeit, direkt über die Ernährung und die Zuführung von verschiedenen Kohlenhydraten und Ballaststoffen die Bildung der Bifidobakterien anzuregen. Diese Kohlenhydrate sind zum Beispiel in Knoblauch vorhanden. Insbesondere Fructooligosaccharide und Inulin treiben die Besiedlung und das Wachstum der Bifidobakterien voran. Aus diesem Grund werden diese auch als Probiotika bezeichnet. So können Sie über die effektive Aufnahme von Probiotika effektiv die Ausbreitung schädlicher Bakterien im Darm verhindern.

 

Bifidobakterien in Nahrungsergänzungsmittel

Unser Körper ist in der Lage, Bifidobakterien aus der Nahrung zu isolieren. Überdies können Sie diese über Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Die enthaltene Menge dieser Mikroorganismen gilt als ein aussagekräftiges Kriterium für die Qualität eines Produkts. So sollte eine Dosis eines Nahrungsergänzungsmittels mindestens 1 Milliarde aktiver Bifidobakterien in Ihren Darm ansiedeln. Andernfalls verfehlen diese Mittel ihre Wirkung.

 

Bifidobakterien versus Milchsäurebakterien

Seit Ende der 1960er ist klar, dass Bifidobakterien nicht mit Milchsäurebakterien zu verwechseln sind. Diese beiden Gruppierungen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten. Bifidobakterien senken den pH-Wert im Dickdarm, um wiederum schadhafte Mikroorganismen am Wachstum zu hindern. Der Abbau von Zucker erfolgt über einen äußerst komplizierten Prozess hin zu Essigsäure und Milchsäure – in einem Verhältnis von 3 : 2.

 

Bifidobakterien in Muttermilch

Darüber hinaus hat die Wissenschaft herausgefunden, dass Bifidobakterien über die Muttermilch an Babys weitergegeben werden. So ist gerade im Darm von gestillten Babys einen sehr hohen Anteil der Mikroorganismen festzustellen. Auf diese Weise wird auch die Vermehrung von Krankheitskeimen im Körper des Neugeborenen verhindert. Dies mag nur ein Grund dafür sein, warum Stillkinder im Vergleich zu Kindern, die nicht gestillt werden, weniger anfällig gegenüber Infektionen sind. Mittlerweile hat die Industrie Babynahrung und Säuglingsmilch entwickelt, die diese probiotischen Bifidobakterien enthält.

Doch ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die Muttermilch neben den Bifidobakterien auch weitere Substanzen enthalten muss, um die Vermehrung von Mikroorganismen anzutreiben. Im Labor konnte man nachweisen, dass über die Zugabe bestimmter Bifidobakterien und natürlicher Muttermilch, deren Vermehrung stimuliert wird.

Bekommen Kinder neben dem Stillen Folgemilch und Babybrei, setzt ein entscheidender Veränderungsprozess ein. Der Anteil der Bifidobakterien wird grundlegend herabgesetzt. Dies kann auch zu einer Zunahme von Kolibakterien führen. Monat um Monat nähern sich Babys im Hinblick auf den Magen-Darm-Trakt den Erwachsenen an.

Bifidobakterien hindern schadhafte Bakterien, sich in unserem Verdauungstrakt anzusiedeln. Diese Formen von Bakterien sind den Probiotika zuzuordnen. Sie treten bei Frauen auch im Bereich der Geschlechtsteile auf. Unser Körper ist in der Lage, aus der Nahrung, wie zum Beispiel aus einigen Joghurtsorten, Bifidobakterien herauszufiltern und ihre Produktion im Magen-Darm-Trakt anzuregen. Babys weisen eine Konzentration von 95 % Bifidobakterien auf. Dieser werden zum Teil über die Muttermilch in den Anfangsjahren übertragen.

 

weiterführend:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6020562

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