HWS-Syndrom: Symptome, Ursachen & Behandlung

Wenn es im Nacken zieht und schmerzt, kann dies den ganzen Tag vermiesen. Was viele nicht ahnen, es kann das HWS-Syndrom dahinter stecken. Seine Ursachen und Symptome sind recht unbekannt. Wir nehmen dies zum Anlass und widmen uns ausführlich dem HWS-Syndrom und einer sinnvollen Behandlung in dem folgenden Ratgeber.

HWS-Syndrom | © Picture-Factory

Was ist das HWS-Syndrom?

Im Prinzip verstehen wir unter dem HWS-Syndrom das Halswirbelsäulensyndrom, das in der Fachsprache auch als Zervikalsyndrom bezeichnet wird. Insbesondere die unterschiedlichen und verwirrenden Symptome, machen eine Diagnose äußerst schwer. Wobei gerade die Beweglichkeit der Patienten stark beeinträchtigt ist. Der Grund dafür:

Die Wirbelkörper drücken direkt auf die Nervenwurzeln und unterbinden die Blutzufuhr.

So unterteilen wir das HWS-Syndrom in verschiedene Kategorien, da die Ursachen so vielfältig sind. Hier eine Möglichkeit der Untergliederung:

  •  Zeit und Verlauf
  •  Ort und Ausstrahlung
  •  Bereiche der Schmerzen

Erst über diese Einteilung ist es möglich, der ursächlichen Störung auf die Schliche zu kommen.

Im Prinzip handelt es sich bei allgemeinen Beschwerden im Halswirbelbereich um das HWS-Syndrom.

Was sind die Ursachen vom HWS-Syndrom?

Zumeist führen Funktionsstörungen und zunehmende Schmerzen zu dem HWS-Syndrom. Eine der häufigsten Ursachen, die hinter diesem Syndrom stecken, sind Störungen, die in den Wirbelverbindungen auftreten und sich gerade im Bereich der Halswirbelsäule ausbreiten.

  • Entzündungen: Entzündungen können auf Rheumaerkrankungen oder auf akut verlaufende Infektionen hinweisen.
  • Muskelverspannungen: Zumeist führt das Syndrom auf eine Verspannung der Nackenmuskulatur und chronische Nackenschmerzen zurück. Oftmals führen Fehlhaltungen, Belastung und Stress häufig zu diesem Syndrom.
  • Degenerativen Veränderungen: Die größte Gefahr der Wirbelkörpergelenke sind eindeutig Verschleiß. Bandscheibenvorfälle ebenso wie knochige Vorsprünge können zu äußerst unangenehmen Beschwerden führen. Fachärzte benennen dies mit degenerative Knochenknorpelveränderungen. Es kommt zu diesen Veränderungen nur infolge wiederholter Fehlhaltungen.
  • Dauerbelastung: Ist der Körper über längere Zeit einer Dauerbelastung ausgesetzt, kann dies zu segmentalen Dysfunktionen führen.
  • Autounfälle: Oftmals führen Schleudertraumata nach Auffahrunfällen zu diesem HWS-Syndrom.
  • Tumore: Gerade wenn sich Tumore in der Wirbelsäule befinden, ziehen sie dieses Phänomen nach sich.
  • Operationen: Es kann äußerst selten infolge von OPs zu diesen Beschwerden im Nackenbereich kommen.

Die häufigsten Ursachen für das HWS-Syndrom

Grundlegend gelten die Schmerzen im Nacken und Schulterbereich als deutlichstes Zeichen für das HWS-Syndrom. Hier ist von Klopfschmerzen und Druckschmerzen die Rede. Sobald Sie den Kopf bewegen, verstärken sich in diesem Fall die Schmerzen und können sich bis auf die Arme ausweiten. Betroffene sprechen hier von Verhärtungen und Verspannungen, die den gesamten Oberkörper beeinflussen.

Bei einem fortschreitenden und unbehandelten HWS-Syndrom treten zu den Schmerzen noch Taubheitsgefühle und Kribbeln in den Bereichen der Arme, im Nacken und in den Schultern auf. Hier eine Auswahl der häufigsten Symptome für das HWS-Syndrom:

  •  Schwindel und Benommenheit,
  •  Kopfschmerzen,
  •  Probleme bei Belastungen,
  •  Hörstörungen und Sehstörungen,
  •  Tinitus.

Schmerzen und Kopfschmerzen verweisen direkt auf dieses Syndrom,  wenn sie im Zusammenhang mit Muskelverspannungen und Anspannungen stehen. Das bedeutet: Belasten sie ihren Nacken und die Schultern und kommt es in diesem Zusammenhang zu Kopfschmerzen, verweist dies ganz deutlich auf das HWS-Syndrom.

Woran Schleudertrauma erkennen?

Zunächst einmal können Sie keinerlei Beschwerden feststellen. Erst im Nachhinein kommt es zu Schmerzen am Hinterkopf und im Nacken, was die Beweglichkeit entscheidend einschränkt.

Behandlung vom HWS-Syndrom

Auf jeden Fall geht es für Patienten und Betroffene mit einem HWS-Syndrom sofort zum Arzt. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich ohne Behandlung die Symptome bessern.

Besonders häufig werden Medikamente verschrieben, um erst einmal Erleichterung von den Schmerzen zu verschaffen. Hier gehören die Analgetika zu den häufigsten Medikamenten ebenso wie muskelentspannende Schmerzmittel. Bei extremen Beschwerden werden die Medikamente direkt gespritzt.

Infolge von starken Belastungen und Fehlhaltungen intensivieren sich die Probleme und Schmerzen. Hier kann nur eine Physiotherapie auf lange Sicht helfen und für mehr Beweglichkeit in der Wirbelsäule und im Nacken sorgen.

Wärme: Gerade mit Wärme haben Sie eine schnelle und äußerst wirksame Möglichkeit, körperlichen Schmerzen entgegenzuwirken. Bei Rückenschmerzen, beim Nackensyndrom oder bei Verspannungen im Rücken hilft ein Wärmepflaster oder eine warme Auflage sowie ein Wärmekissen, indem sie erst einmal Erleichterung verschaffen. Hier helfen Wärmekompression und Rotlicht.

Ruhe: Gerade nach Autounfällen helfen Halskrawatten, den Nacken komplett ruhig zustellen. Das ist oftmals bei akuten HWS-Syndromen die einzige Möglichkeit, um ohne Schmerzen durch die Genesung zu kommen. Der Nachteil: Durch die Ruhigstellung wird gerade die Muskulatur geschwächt und muss im Nachhinein über Physiotherapie aufgebaut werden.

Was tun gegen HWS-Syndrom zuhause?

Studien des American College of Physicians konnten 2012 feststellen, dass nicht nur die professionellen Behandlungen eines Chiropraktikers bei der Genesung geholfen haben, sondern auch gezielte physiotherapeutische Übungen, die Betroffene zuhause durchgeführt haben. Weitere Hausmittel gegen HWS-Syndrom sind zum Beispiel Heilerde, Akupunktur und Massagen. Wobei die Heilerde auf jeden Fall mit lauwarmem Wasser als dicker Brei auf der Haut aufgetragen wird und dort den Schmerz lindert. Intensivieren Sie diese Wirkung, indem Sie ein Tuch oder ein Stück Folie auf diese Packung legen.

Fehldiagnose und Gefahren beim HWS-Syndrom

Doch weisen die oben genannten Symptome in einzelnen Fällen auf andere Probleme und Ursachen hin. So können sich dahinter auch eine Hornhautentzündung oder psychische Probleme verbergen. Eine folgerichtige Diagnostik durch einen Arzt sowie eine Therapie bilden eine grundlegende Voraussetzung, um für eine lang anhaltende Linderung zu sorgen.

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weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
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