Aufbau & Funktion des Epikard

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Epikard kommt aus dem Lateinischen Epicardium. Es handelt sich dabei um die äußere Schicht der Herzwand. Wobei sich der Begriff auch mit der Wortgruppe „auf dem Herzen“ übersetzen lässt. Als Organblatt im Herzbeutel, dem Perikard, besteht es aus Fett und Bindegewebe. Gemeinsam mit einem Teil des Perikards bildet es einen geschlossenen Hohlraum, der klare Herzbeutel-Flüssigkeit absondert.

Epikard © invisiblehand

Was ist das Epikard?

Um das Epikard folgerichtig erklären zu können, sollten wir uns gemeinsam das Herz ansehen. Es ist ein muskulöses Hohlorgan, das direkt hinter dem Brustbein sitzt. Zumeist können wir das Herz ausgehend vom Brustbein etwas  versetzt nach links lokalisieren. Erst wenn es eine rechte Position einnimmt, sprechen wir von der Dextrokardie.

 Die drei Herzwände sind das Epikard, Endokard und Myokard.

Wie groß ist das Herz?

Eigentlich können Sie ganz schnell feststellen, wie groß ein Herz wirklich ist. Ballen Sie Ihre Faust, dann haben Sie die ungefähre Größe Ihres Herzens vor Augen. Es ähnelt einem Kegel, wobei die Spitze ganz unten liegt. Insbesondere bei äußerst schlanken Menschen lässt sich die Herzspitze, die Apex, an der Brustkorb bei jedem Schlag spüren.

 Ihr Herz ist normalerweise so groß wie eine geballte Faust.

Der Aufbau des Herzens, einfach erklärt

Jedes Herz besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Herzkammern. Die Arterie pumpt das Blut aus diesen Herzkammern direkt in den Blutkreislauf. Wir ordnen der rechten Kammer den Lungenkreislauf und der linken Kammer den Körperkreislauf zu.

Wobei das Blut aus den Kreisläufen zurück in die Vorhöfe gelangt. Betrachten wir uns das Herz vom Aufbau her, fällt auf, dass gerade die linke  Herzkammer mit einer kräftigen Muskelstärke ausgestattet ist. Schließlich muss sie das Blut wieder in den Kreislauf pumpen. Die blutführenden Arterien verhindern mit dem Rückflussventil, also den Herzklappen, ein Zurückfließen des Blutes in den Körperkreislauf.

 Jedes Herz besitzt vier Hohlräume: 2 Herzkammern und 2 Vorwürfe.

 Die Gewebehüllen des Herzens auf einen Blick

Ein Herz sitzt in einer Gewebehülle, die wiederum in einen Herzbeutel eingebettet ist. Dieser Herzbeutel ist das Perikard, das sich aus Bindegewebe zusammensetzt. Auf dem Herzen können wir eine weitere Hülle feststellen: das Epikard. Zwischen den beiden dünnen Schichten bleibt ein winziger Hohlraum, der mit Blutserum gefüllt ist. Wollen wir uns diese Umgebung des Herzens bzw. seiner Umkleidung bildhafter vorstellen, lässt sich diese am besten mit einem Luftballon vergleichen.

Nehmen Sie sich zum Beispiel einen Luftballon und drücken Sie Ihre Faust ganz fest hinein, bis sie komplett darin verschwunden ist. Diese Situation macht deutlich, wie das Herz von seinen Bindegewebshüllen umschlossen ist.

 Das Herz lässt sich wie ein aufgeblasener Luftballon beschreiben.

Wo liegt das Epikard?

Direkt unter dem Epikard verlaufen Herzkranzgefäße. Hier ist von den Koronar Arterien die Rede. Sie haben die Aufgabe, das Herz mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Das spezielle Muskelgewebe an der Wand des Herzens sorgt für den notwendigen Halt, Stabilität und Flexibilität. Gehen wir nach innen in das Herz hinein, ist es mit einer ebenso besonderen Haut ausgekleidet dem Endokard. Diese Haut bildet schlussendlich auch die Herzklappen.

Wie viel wiegt ein gesundes Herz?

Ein kräftiges und gesundes Herz sollte auf ein Gewicht von 300 g bis zu 350 g kommen. Wobei gerade Leistungssportler und Menschen, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, ein vielfach schwereres Herz haben. Das Gleiche gilt für Menschen mit Herzerkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, auch hier nimmt der Herzmuskel eine höheres Gewicht an.

Das Herz von Leistungssportlern ist viel schwerer.

Was ist die Funktion des Epikard?

Das Epikard produziert eine ganz besondere Flüssigkeit: das Liqor pericardii. Dadurch soll die Reibung der beiden Blätter des Herzens vermieden werden, während es schlägt. Somit ist das Epikard für die reibungsfreie Flexibilität des Herzens in seiner Umgebung verantwortlich.

Erkrankungen des Epikard

Das Epikard produziert zwischen 10-12 ml dieser besonderen Flüssigkeit. Wird diese Menge überschritten, haben wir es mit einem Perikarderguss zu tun. Gerade zu viel dieser Flüssigkeit, kann die Funktionen des Herzens negativ beeinflussen, sodass es sich nicht mehr ausdehnen und füllen kann.

In extremen Fällen kommt es zu Atemnot. Wenn sich bis zu 200 ml Flüssigkeit ansammeln, endet dies zumeist in einer Herzbeuteltemponade. Fachärzte diagnostizieren diesen Zustand über eine Sonographie und können über eine Punktion eine schnelle Verbesserung des Zustands herbeiführen.

 Eine der häufigsten Erkrankungen des Epikards ist der Perikarderguss.

Fazit

Über die drei Gewebeschichten und die vier Hohlräume eines Herzens ist es möglich, das Blut aus den Kreisläufen wieder zurück in den Blutkreislauf zu pumpen. Nur wenn alle Systeme optimal ineinandergreifen, ist von einem gesunden Zustand des Menschen und des Herzens auszugehen.

Produziert zum Beispiel das Epikard zu viel seiner seriösen Flüssigkeit, kann es schon zu einem Perikarderguss kommen und in der Folge zu extremer Atemnot. Gerade bei Problemen im Zusammenhang mit dem Herzen, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. In diesem Bereich kann eine Punktion eine schnelle Linderung der Beschwerden herbeiführen.

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