Anzeichen der Wechseljahre erkennen und verstehen

Zyklusschwankungen und Hitzewallungen sichere Anzeichen der Wechseljahre

Das sogenannte Klimakterium ist das Gegenstück zur Pubertät, denn während die komplizierten Jugendjahre den Beginn der Geschlechtsreife markierten, stellen die Wechseljahre deren Ende dar.

Die Anzeichen dieser Wechseljahre können von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein und wo eine unter starken Symptomen leidet, bemerkt die andere nicht einmal den Beginn der Wechseljahre. Wir betrachten alle Symptome und Anzeichen die auf den Begin nder Wechseljahre hindeuten.

Beginn der Wechseljahre
Anzeichen der Wechseljahre können in einem Arztgespräch sicher zugeordnet werden – Copyright: Chinnapong bigstockphoto

Das deutlichste Anzeichen der Wechseljahre: Schwankungen der Menstruation

Verlässt eine Frau das gebährfähige Alter, hat sie keinen Eisprung mehr. Bleibt das Reifen einer Eizelle aus, wartet diese entsprechend auch nicht auf eine Befruchtung durch Spermien.

Es baut sich daher auch in der ersten Hälfte des Zyklus keine Schleimhaut mehr in der Gebärmutter auf, die eigentlich die befruchtete Eizelle aufnehmen soll. Kurzum: Die Menstruation bleibt aus, die Menopause ist erreicht.

Doch bis die Blutungen wirklich komplett ausbleiben, vergehen mehrere Jahre, in denen Anzeichen der Wechseljahre auf den Prozess der Veränderung hindeuten.

Für die meisten Frauen ist es normal, dass die Menstruation zunächst nur schwächer wird, da sich durch weniger Geschlechtshormone kaum noch Schleimhaut aufbauen konnte. Oder die Blutungen werden sehr unregelmäßig und nach einer längeren Pause dafür stärker als gewohnt.

Eine schwankende Menstruation kann darauf hindeuten, dass das Klimakterium begonnen hat, es können aber auch andere Faktoren wie enormer Stress eine Rolle spielen. Das macht es so schwer, eine sich verändernde Blutung als klares Anzeichen der Wechseljahre zu identifizieren.

Beginn der Wechseljahre – Das Wichtigste im Überblick

  • der Fachausdruck für die Wechseljahre lautet Klimakterium
  • Zyklusveränderungen und Hitzewallungen sind häufige Anzeichen der Wechseljahre
  • Reizbarkeit am Tag und Schlafstörungen in der Nacht treten auf
  • Scheidentrockenheit und keine Lust auf Sex sind ebenfalls Anzeichen der Wechseljahre
  • mit dem Ausbleiben der Menstruation ist das Ende der Fruchtbarkeitsphase, die Menopause, erreicht

Hitzewallungen als Anzeichen der Wechseljahre

Viele Frauen stellen sich auch zum ersten Mal die Frage, ob sie das Klimakterium erleben, wenn ihnen plötzlich ohne ersichtliche Gründe sehr heiß wird. Sie spüren, wie ihnen das Rot in die Wangen steigt und spüren gleichzeitig Schweißausbrüche. Mit Sport oder dem aktuellen Wetter haben diese Hitzewallungen nichts zu tun.

Die hormonelle Umstellung im Klimakterium sorgt dafür, dass sich mehrfach am Tag die Blutgefäße plötzlich weiten und daher die Haut viel stärker durchblutet wird. Gleichzeitig beschleunigt sich der Herzschlag und die insgesamt gestiegene Kreislauffunktion erhöht kurzzeitig die Körpertemperatur.

Fast jede Frau erlebt Hitzewallungen als Anzeichen der Wechseljahre, allerdings kann die Häufigkeit stark variieren und auch die Frage, wie belastend die Kreislaufreaktion empfunden wird, beantwortet jede Frau individuell für sich.

Weitere Anzeichen der Wechseljahre im Überblick

Symptome, die eine Frau bekommen kann (aber nicht muss):

1. Schlafstörungen

Durch die Umstellungen im Hormonhaushalt wird auch der natürliche 24-Stunden-Rhythmus beeinflusst, was unter anderem zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen führen kann. Auch die Hitzewallungen machen vor der Nachtruhe nicht halt und verringern die Schlafqualität der Betroffenen.

2. Stimmungsschwankungen

Sie werden gern als Klischee zitiert, doch sie treten als Anzeichen der Wechseljahre tatsächlich auf. Nicht wenige Frauen wundern sich selbst, weshalb sie plötzlich emotionaler als früher reagieren.

3. Scheidentrockenheit

Die Umstellung der Schleimhaut in der Gebärmutter ist nicht die einzige Veränderung der Genitalien. Es kommt vor, dass die Schleimhaut der Vagina weniger Feuchtigkeit produziert. Das führt nicht nur zu weniger Lust auf Sex (aufgrund der Schmerzen bei der Penetration), sondern macht die Scheide auch anfälliger für Infektionen.

4. Trockene Augen

Da die Schleimhäute im gesamten Körper durch die Hormonumstellung eher zu Trockenheit neigen, kann sich dies auch in den Augen bemerkbar machen. Manche Frauen müssen in den Wechseljahren genau das vom Augenarzt erfahren und können durch befeuchtende Augentropfen gegen das Jucken oder Drücken vorgehen.

5. Änderungen im Gewicht

Ein Anzeichen der Wechseljahre kann auch die Zunahme um einige Kilos werden. Der veränderte Stoffwechsel verlangt meist weniger Energie und wer dennoch wie gewohnt isst, nimmt eher zu.

6. Haarausfall

Bei vielen Frauen wird mit den Wechseljahren auch das Haar dünner oder fällt sogar aus. Allerdings streiten Mediziner noch darüber, ob wirklich der veränderte Hormonspiegel der Wechseljahr als Hauptgrund angesehen werden kann. Da es Frauen gibt, die bis ins hohe Alter volles Haar haben und dennoch wie alle anderen die Wechseljahre erlebt haben, spielen vermutlich eher genetische Ursachen eine Rolle.

Ab wann ist mit Anzeichen der Wechseljahre zu rechnen?

Für die Mehrheit der Frauen wird das Thema Wechseljahre mit circa 40 Jahren interessant. Sie erleben dann zum ersten Mal die typischen Beschwerden und werden bei den Kontrollterminen beim Frauenarzt oder bei der Recherche im Internet über das Thema informiert.

Vor allem die ersten Zyklusschwankungen können jedoch bereits bei 35-Jährigen auftreten. Wessen Organismus sehr sensibel auf hormonelle Umstellungen reagiert, bemerkt dann bereits mit Mitte oder Ende 30, dass sich das gebährfähige Alter dem Ende zuneigt.

Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass mit den ersten Anzeichen der Wechseljahre keine Schwangerschaft mehr möglich ist! Es wird nur aufgrund der körperlichen Veränderungen schwieriger, schwanger zu werden. Wer jedoch sofort auf eine Verhütung verzichtet, der kann ungewollt noch immer schwanger werden.

Die Menopause: Gibt es eine definitive Diagnose?

Viele Frauen fragen sich, welche Anzeichen der Wechseljahre ihnen sicher zeigen, dass die fruchtbaren Jahre vorbei sind. Der Gedanke dahinter ist meist die Unsicherheit, ab wann auch Verhütung verzichtet werden kann. Eine definitive Antwort zu geben, ist jedoch nicht ohne Hilfe des Frauenarztes möglich.

Da das Klimakterium nicht schlagartig verläuft, sondern die Veränderung des Hormonhaushaltes in vielen Schüben vonstatten geht, ist der exakte Endpunkt der Fruchtbarkeit nicht anhand der Anzeichen der Wechseljahre zu bestimmen. Nur weil eine Frau die Wechseljahre erlebt, heißt das nicht, dass nicht doch noch Eizellen reifen und eine Schwangerschaft möglich ist.

Erst wenn wirklich kein Eisprung mehr stattfindet, ist die Menopause erreicht. Um darüber eine klare Aussage zu treffen, gehen die meisten Frauenärzte von folgender Faustformel aus: Mindestens ein Jahr kam es zu keiner Menstruation mehr.

Wem das zu unsicher ist und wer es daher genauer wissen möchte, kann auch über Mithilfe des Frauenarztes eine Hormonbestimmung durchführen lassen. Doch auch hierfür reicht nicht eine einmalige Bestimmung. Die Tests müssen über einen längeren Zeitraum wiederholt werden und nur bei medizinischer Notwenigkeit trägt die Krankenkasse diese Kosten.

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