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Masern – Symptome und Behandlung

Die Masern Infektion zählt zu den bekanntesten Kinderkrankheiten kommt aber zunehmend auch bei Erwachsene vor und hier ist die Infektion noch gefährlicher. Informieren Sie sich jetzt über die Ursachen, die Symptome und Impfung sowie viele weitere interessante Themen zur Infektionskrankheit.

masern

Masern-Erkrankung im Überblick

Impfmüdigkeit verursacht Anstieg von Infektionen in Europa

Noch vor wenigen Jahren plante die Weltgesundheitsorganisation die Masern in Europa bis ins Jahr 2010 vollständig auszurotten. Inzwischen verfolgt die WHO jedoch ein neues Ziel: Bis ins Jahr 2015 sollen die Masern-Infektionen in Europa nun der Vergangenheit angehören.

Betrachtet man jedoch die aktuellen Entwicklungen, dann kommen Zweifel auf, ob dieses Vorhaben bis dahin erreicht werden kann. Denn durch die Impfmüdigkeit vieler Menschen breiten sich die Masern-Viren wieder verstärkt aus. Nicht nur Kinder sind von den Infektionen betroffen, auch immer mehr Erwachsene erkranken – mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Folgen.

 

Hat die tödlichste Krankheit der Welt an Schrecken verloren

Das Masernvirus ist äußerst ansteckend und verbreitet sich durch Tröpfchenübertragung. Selbst mehrere Meter können die Viren problemlos überbrücken. So reicht es schon aus, sich mit einem Erkrankten in einem Zimmer aufzuhalten, um sich anzustecken.

Was jedoch viele Menschen gar nicht wissen: Bereits fünf Tage vor den typischen Symptomen sind die Erkrankten ansteckend. Da die Infektion das Immunsystem stark schwächt, ist der Körper für weitere Erreger anfällig und so wird die Erkrankung häufig von einer Lungenentzündung, Bronchitis oder Mittelohrentzündung begleitet. Von 1.000 Patienten erkrankt einer zusätzlich an einer Gehirnentzündung. In 10 bis 20 Prozent der Fälle endet die Infektion sogar tödlich. Bei etwa 25 Prozent der Erkrankten bleiben zudem Folgeschäden in Form von Lähmungen oder geistigen Behinderungen zurück

Durch die Impfungen und die umfassende medizinische Versorgung konnten die Masern-Infektionen in den letzten Jahren eingedämmt werden. Während im Jahr 2000 weltweit noch mehr als 500.000 Menschen an den Masern starben, waren es 2011 „nur“ noch rund 150.000. Aufgrund dieser Entwicklung hat die einst tödlichste Krankheit an Schrecken verloren und immer mehr Menschen entscheiden sich gegen eine Impfung. Doch das Risiko ist noch lange nicht eingegrenzt, wie die aktuellen Entwicklungen zeigen.

Wieder mehr Infektionen festzustellen

Trotz Impfung breiten sich die Masern in Europa wieder weiter aus. Grund hierfür ist eine Impfmüdigkeit, die sich durch falsche Information einstellte. Noch im vergangenen Jahr wurden in Deutschland bundesweit im Zeitraum vom 1. Januar bis Mitte April insgesamt 29 Fälle gemeldet, in diesem Jahr lag die Zahl bei 61 Erkrankungen.

Bis Mitte Mai stieg die Zahl sogar auf beinahe 200 Fälle an. Ballungszentren der Infektionen waren München und Berlin. In Berlin konnte eine Messe als Grundlage für die weitläufige Verbreitung der Viren ermittelt werden. Vor allem an Orten, an denen viele Menschen zusammentreffen, ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Großbritannien festzustellen. Hier stieg die Zahl der Erkrankungen noch drastischer an. Noch vor wenigen Jahren wurden nur einige Dutzend Erkrankungen im Jahr gezählt. Im Jahr 2012 stieg die Zahl der Masern-Infektionen auf rund 2.000 Fälle an. Im Mai 2013 wurden jedoch schon 1.300 Erkrankungen registriert, Tendenz steigend.

Dieser Anstieg führte nun sogar dazu, dass die Impfdosen knapp wurden. Ursache für diese Entwicklung ist hauptsächlich die Impfangst, die viele Eltern dazu verleitete ihre Kinder nicht impfen zu lassen. Während noch vor einigen Jahren rund 90 Prozent der Kinder gegen Masern geimpft waren, sind es inzwischen nur noch 54 Prozent. In Deutschland waren im Jahr 2011 rund 14 Prozent der Kleinkinder ohne ausreichenden Impfschutz. Doch bereits diese Impflücke reicht aus, um eine Verbreitung der Viren auszulösen und das Erkrankungsrisiko erheblich zu erhöhen

Nur eine Impfung senkt das Risiko

Bereits die zweimalige Impfung reicht aus, um lebenslang gegen das Virus geschützt zu sein. Dennoch entscheiden sich viele Menschen aus Angst gegen diese Impfung. Zu Unrecht, denn der Impfstoff wurde bereits millionenfach eingesetzt, ist langjährig erprobt und Nebenwirkungen können größtenteils ausgeschlossen werden. Betrachtet man die Folgen, die durch eine Erkrankung entstehen können, dann sollte die Entscheidung eigentlich feststehen.

Dennoch sind wir noch weit davon entfernt, das Virus vollständig auszurotten. Denn um dieses Ziel zu erreichen, müssten 95 Prozent der Menschen geimpft sein

Informationen zur Viruserkrankung

Die Viruserkrankung zählt zu den akuten Infektionskrankheiten, diese treten weltweit auf und werden durch das Maservirus verursacht. Die Erkrankung verläuft in zwei Stadien – dem Vorstadium, das sich wie eine Grippe äußert, und dem Hauptstadium, in dem der typische Hautausschlag auftritt.

Die Erkrankung ist eine Kinderkrankheit, die äußerst ansteckend ist und im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen kann. Wer die Krankheit einmal durchgemacht hat, ist sein Leben lang immun dagegen.

Die Diagnose wird anhand der krankheitstypischen Symptome gestellt. Charakteristisch sind der Hautausschlag und das Fieber, das in den jeweiligen Stadien sehr stark ansteigen kann. Des Weiteren ist eine Veränderung an der Mundschleimhaut erkennbar. Die Ursache der Masern-Erkrankung kann medizinisch nicht behandelt werden. Einzig die Masern Symptome werden im Rahmen einer Therapie behandelt.

Die Häufigkeit

Masern sind auf der ganzen Welt zu finden. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr treten sie häufig bei Kindern auf. In Deutschland ist die Krankheit stark zurückgegangen, was auf die effektive Masern-Impfung zurückzuführen ist. Bis zum Jahr 2010 schrumpfte die Zahl der Masern-Erkrankungen von ursprünglich einmal 50.000 auf 1.000. Im Jahr 2011 stieg die Rate allerdings wieder leicht an und belief sich auf 1.600 Erkrankungen.

In den Entwicklungsländern gibt es im Vergleich viel mehr Erkrankungen. Der Grund: Für viele Menschen ist dort eine Impfung noch nicht verfügbar. Betroffen ist vor allem der afrikanische Kontinent. Zwar gibt es seit Jahrzehnten einen wirksamen Impfstoff, doch in wirtschaftlich schwachen Ländern gehören die Masern noch immer zu den häufigsten Todesgründen bei Kindern. Im Jahr 2010 starben weltweit mehr als 139.000 Menschen an einer Masern-Infektion. Seitdem werden auf der ganzen Welt Impfkampagnen gestartet, damit eine Impfung gegen Masern konsequent durchgesetzt wird und Todesfälle gesenkt werden können.

Die Ursachen

Ursächlich wird die Erkrankung durch Masernviren verursacht. Diese Viren sind ausschließlich auf den Menschen fokussiert und verursachen bei diesem die Masern-Erkrankung (humanpathogener Virus). Der Masern-Erreger befällt vorrangig das menschliche Immun- und Nervensystem. Nach acht bis zehn Tagen nach der Ansteckung (Inkubationszeit) kommt es zum Ausbruch der Krankheit.

Übertragen wird das Virus durch die sogenannte Tröpfcheninfektion – durch Sprechen, Niesen oder Husten. Es gelangt über Atemwegsschleimhäute und die Bindehaut der Augen in den Körper und den Blutkreislauf. Erst einmal im Körper angelangt, verbreiten sich die Erreger rasend schnell. Ein kurzer Kontakt mit einer kranken Person genügt, um sich mit dem Virus anzustecken. Etwa 95 von 100 Infizierten zeigen nach einer Ansteckung die typischen Symptome. Die größte Gefahr sich anzustecken, besteht zirka fünf Tage vor Erscheinen des rötlichen Hautausschlages und bis zu vier Tage nach Verblassen des Exanthems.

Werdende Mütter, die die Krankheit schon einmal durchgemacht haben oder geimpft sind, geben ihre Antikörper an ihre Babys weiter. Dieser sogenannte Nestschutz bleibt etwa sechs Monate lang bestehen.

Der äußere Haut-Ausschlag

Der typische Masern-Ausschlag, der im Hauptstadium der Erkrankung auftritt, äußert sich in großfleckigen, dunkelroten Pusteln, die zu Beginn hinter den Ohren auftreten und sich später über Hals und Gesicht über den Rumpf, die Arme und Beine ausbreiten. Die Handflächen und Fußsohlen werden nicht bedeckt. Der Hautausschlag entsteht, weil der Masern-Virus die Blutgefäße schädigt. Dadurch werden sie durchlässiger.

Nachdem der Hautausschlag an den Füßen angekommen ist, sinkt in der Regel auch das Fieber wieder. Sobald der Ausschlag abklingt, erholt sich der Erkrankte, sofern keine Komplikationen auftreten. In dieser Zeit schuppt die Haut sehr stark, bis das Exanthem (der Hautausschlag) schließlich verblasst ist. Auch alle übrigen Symptome gehen nun zurück. Insgesamt dauert die Erholungsphase zwei Wochen.

Die Symptome und Stadien

Die Erkrankung unterteilt sich in zwei Phasen. In der ersten Phase, dem Prodromalstadium, leidet der Erkrankte unter grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Schnupfen sowie Fieber und häufig auch unter einer Bindehautentzündung. Daraus entsteht dann eine Lichtüberempfindlichkeit. Deutliche Symptome, die auf eine Masern-Erkrankung hinweisen, sind die weißlichen Flecken mit rotem Hof, die sich auf der Wangenschleimhaut bilden. Die Flecken werden auch Koplik-Flecken genannt. Nach etwa drei bis fünf Tagen endet die erste Krankheitsphase.

Anschließend folgt die zweite Phase, das Exanthemstadium. Das Fieber, das in der ersten Phase recht hoch gehen kann, sinkt zum Ende der ersten Phase zunächst ab, um dann in der zweiten wiederum kräftig anzusteigen. Nach einigen Tagen tritt der bläschenförmige, fleckige und dunkelrote Ausschlag auf, der für Masern typisch ist. Der Ausschlag beginnt im Gesicht sowie hinter den Ohren und breitet sich dann auf den ganzen Körper aus. Die Handflächen und Fußsohlen werden dabei ausgespart. Sofern keine Komplikationen auftreten, gehen alle Symptome nach vier bis sieben Tagen wieder zurück, das Fieber sinkt und der Masern-Ausschlag verblasst.

Die Diagnose

Die Diagnose kann häufig schon anhand eines einfachen klinischen Bildes gestellt werden. Charakteristisch für Masern sind wie bereits erwähnt die weißen Koplik-Flecken, die auf der Wangenschleimhaut zu finden sind, sowie der rötliche Hautausschlag.

Sollte in Bezug auf eine klare Diagnose dennoch eine Unsicherheit bestehen, kann der Arzt durch einen Blutabstrich die Antikörper sichtbar machen, die für die Masern-Erkrankung typisch sind. In manchen Fällen wird es erforderlich, Abstriche des Urins, der Schleimhäute des Rachen- und Nasenraums oder aus Blutlymphozyten zu entnehmen.

Die Therapie

Die Masern werden in der Regel nur symptomatisch behandelt. Gegen die Viren selbst gibt es kein spezielles Medikament. Während des Hauptstadiums müssen die Betroffenen im Bett bleiben. Hustenmittel und fiebersenkende Medikamente lindern die Symptome der Masern-Erkrankung. Vielen hilft in dieser Zeit ein abgedunkelter Raum, da die Masern durch die Bindehautentzündung eine Lichtüberempfindlichkeit hervorrufen. Für den Fall, dass es zu bakteriellen Begleiterkrankungen kommt, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung oder einer Mittelohrentzündung, so wird parallel eine Behandlung mit Antibiotika durchgeführt.

Der Verlauf

Die körperliche Immun-Abwehr leidet sehr stark unter der Krankheit. Deshalb kommt es nicht selten zu einer Parallel- oder Folgeerkrankung durch Bakterien. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Superinfektion, die ernsthafte Komplikationen mit sich bringen kann. Je schwächer der Körper eines Patienten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich eine ernste Folgekrankheit zuziehen kann.

Eine der häufigsten Komplikationen ist die Mittelohrentzündung. Darüber hinaus leiden einige Patienten zusätzlich unter einer Lungenentzündung, Bronchitis, Pseudokrupp und Durchfall. Die wohl schwerste Komplikation ist aber die akute Gehirnentzündung, die durch das Masern-Virus hervorgerufen werden kann. Diese kann bereits in den ersten zwei Krankheitswochen auftreten und den Patienten lebenslang schaden. Im schlimmsten Fall führt sie sogar zum Tod.

Vorbeugen durch rechtzeitige Masern-Impfung

Eine Schutzimpfung kann wirkungsvoll einer Erkrankung vorbeugen. Diese Impfgabe sollte bereits Kindern zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat verabreicht werden. In der Regel wird ein Kombinationsimpfstoff gewählt – gegen Masern, Röteln und Mumps. Da sich herausgestellt hat, dass nicht alle Kinder nach der ersten Schutzimpfung immun gegen Masern sind, erhalten viele im Alter von 15 Monaten eine zweite Impfung, spätestens jedoch im zweiten Lebensjahr.

Darüber hinaus wird all denen eine Schutzimpfung empfohlen, die noch nicht an Masern erkrankt sind oder in Kinderheimen, Kindertagesstätten oder Kinderkrankenhäusern arbeiten.

Masern Impfung

Wie sicher ist die Schutzimpfung?

Bis vor 25 Jahren waren die Masern weltweit endemisch. Beinahe 100 Prozent aller Kinder haben sie durchgemacht. Durch die recht hohen Impfraten kommt es heute im Vergleich nur noch zu kleineren Ausbrüchen. Nach Ansicht der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist dies jedoch noch nicht ausreichend.

Masern Impfschutz

Gegen Masern gibt es einen wirkungsvollen Impfschutz. Allerdings reicht eine einmalige Impfgabe noch nicht aus. Deshalb wird in der Regel zwei Mal geimpft.

Kinder und Erwachsene, die nicht gegen Masern geimpft wurden, sollten den Kontakt mit Erkrankten meiden. So lässt sich eine Ansteckung verhindern. Bei gesunden, ungeimpften Personen ist es möglich, unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Masern-Virus den Ausbruch der Erkrankung durch eine schnelle Masern-Impfung zu unterdrücken. Die Ärzte sprechen hierbei von der postexpositionellen Prophylaxe. Bei chronisch kranken oder immungeschwächten Personen werden zusätzlich und vorbeugend bestimmte Eiweiße (Antikörper) verordnet. Durch diese passive Immunisierung soll der Ausbruch der Masern-Krankheit verhindert werden.

Die Masern-Erkrankung fällt nach dem Infektionsschutzgesetz unter die „meldepflichtigen Infektionskrankheiten“. Das heißt, dass jede Erkrankung dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden muss.

Impfproblem

Vielfach sind die Menschen der Meinung, dass ihre Kinder die sogenannten Kinderkrankheiten wie Masern durchmachen müssten, weil es für ihre gesundheitliche Entwicklung gut wäre. So erkranken ungeimpfte Kinder seltener an allergischen Krankheiten als geimpfte, wie Studien belegen. Das Durchmachen der Masern-Erkrankung könne also durchaus die Allergiebereitschaft im späteren Leben verringern. Früher wurden Kinder mit einer schweren Nierenerkrankung (nephrotisches Syndrom) sogar absichtlich mit Masern infiziert, weil man feststellte, dass sie dadurch spontan gesund wurden. Auch sind Kinder in den Entwicklungsländern nach einer überstandenen Masern-Erkrankung weniger anfällig für Malaria und Parasitenbefall.

Nach Ansicht der WHO sollten die Masern aber vollständig ausgerottet werden. Problematisch sieht es hier jedoch in den afrikanischen Ländern aus, wo die Impfungsraten sehr niedrig sind. Jährlich sterben in Afrika rund 500.000 Kinder an Masern. Die hohe Todesrate ist allerdings auch bedingt durch die hohe Tuberkuloserate und Unterernährung. Die Sterblichkeit bei unterernährten Kindern liegt um das 400-fache über der Sterblichkeit von normal situierten und ernährten Kindern.

Vermutlich führen die Massenimpfungen gegen die Masern-Erkrankung schon jetzt dazu, dass durch RS Viren – verwandte Viren der Masern-Erreger – ausgelöste Atemwegserkrankungen bei Kindern zugenommen haben. Viele Kinder werden damit ins Krankenhaus eingewiesen und müssen behandelt werden. In Ländern mit niedrigen Impfraten ist die Anfälligkeit für derartige Atemwegserkrankungen hingegen viel geringer.

Virus-Erreger

Doch wer ist eigentlich der Verursacher des Ganzen? Es ist das Morbilli-Virus, das sich durch Tröpfcheninfektion überträgt. Im Vorstadium, auch Prodromalstadium genannt, bis etwa zwei Tage nach Erscheinen des typischen Hautausschlages (Exanthem) ist die Masern-Erkrankung hochansteckend. Bei den über 30-jährigen Personen liegt die Durchseuchung heute bei über 95 Prozent. Wegen der Schutzimpfung liegt sie bei den unter 5-Jährigen bei nur etwa 10 Prozent. Fast ein Drittel der heutigen Masern-Erkrankungen sollen nach Angaben der Mediziner jugendliche und erwachsene Menschen bekommen. Auch Komplikationen treten im Erwachsenenalter häufiger auf als im Kindesalter.

Masernvirus -Die  Virusübertragung

Das Masern-Virus ist ein RNA-Virus, bestehend aus Ribonukleinsäure. Es befällt ausschließlich den Menschen und dabei gezielt das menschliche Immun- und Nervensystem.

Es reagiert empfindlich gegenüber Desinfektionsmitteln, fettlösenden Mitteln sowie Wärme und Licht. Solange genügend potenzielle Wirte vorhanden sind, kann sich das Masern-Virus immer weiter verbreiten.

Das Masern-Virus gelangt über ein keimhaltiges Sekret beim Husten, Niesen und Sprechen nach außen. Über die Atemluft wird es von anderen gesunden Menschen aufgenommen. Über die oberen Atemwege oder die Augenbindehaut gelangt es in den menschlichen Blutkreislauf. Auch der direkte Kontakt mit dem Nasen- oder Rachensekret ist ansteckend. Dies kann bei der Nutzung desselben Trinkglases oder Besteckes passieren. Der Masern-Erreger kann in der Luft noch knapp zwei Stunden überleben. Wer sich einmal mit dem Masernvirus angesteckt hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an Masern erkranken. In den meisten Fällen äußert sich die Masern-Krankheit mit den typischen Symptomen. Eine überstandene Masern-Infektion sorgt für eine lebenslange Immunität.

Masernvirus

Die Ansteckung erfolgt über Sprechen, Niesen oder Husten (Tröpfcheninfektion). Der Allgemeinzustand verschlechtert sich relativ schnell.

Die Masern-Krankheit verläuft in zwei Phasen.

Zunächst äußert sie sich in einem grippeähnlichen Vorstadium. Erst im späteren Hauptstadium tritt der typische Hautausschlag auf. Die Masern-Krankheit selbst kann nicht behandelt werden, lediglich die Symptome können gelindert werden.

Komplikationen

Die häufigsten Komplikationen sind Lungen- und Mittelohrentzündungen. In schweren Fällen kann es darüber hinaus zu Gehirnentzündungen kommen, die nach mehreren Jahren tödlich verlaufen können. Bei etwa zehn bis zwanzig Prozent der an Masern Erkrankten kommt es in den Industrieländern zu Komplikationen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit. Etwa 0,1 Prozent erkranken im Verlauf lebensgefährlich.

Masernviren treten auf der ganzen Welt auf. Zwar gibt es seit 40 Jahren einen verlässlichen Impfstoff, dennoch sind jedes Jahr etwa 30 Millionen Neuerkrankungen zu verzeichnen. Anders als in den Industrieländern gehören Masern in den Entwicklungsländern noch immer zu den häufigsten Todesursachen bei unter fünfjährigen Kindern.

Am Anfang der 1990er Jahre gab es in Deutschland noch zirka 50.000 Masernvirus-Kranke. In den letzten Jahren lag die Zahl kontinuierlich unter 1.000 Erkrankungen, jeweils regional und zeitlich beschränkt. Der starke Rückgang der Masern-Erkrankung ist auf eine konsequent durchgesetzte Impfung zurückzuführen. Bereits 2008 konnten mehr als 95 Prozent der Schulkinder bei der ersten Schuluntersuchung eine erste oder zweite Masern-Impfung vorweisen. Als ganz ausgerottet gilt die Masern-Krankheit allerdings noch nicht.

Masern sind eine meldepflichtige Erkrankung (laut Infektionsschutzgesetz), die seit Januar 2001 bereits bei einem Verdacht, einem festgestellten Fall oder dem Tod dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss.

Die Inkubationszeit bei einer Masernvirus-Erkrankung beträgt acht bis zehn Tage (Vorstadium). Nach 14 bis 21 Tagen nach der Masern-Ansteckung tritt das Hauptstadium auf. Ansteckend ist die Krankheit bereits fünf Tage vor Erscheinen des Hautausschlages. Die Ansteckungsgefahr ist kurz vor dem Sichtbarwerden am größten. Eine Schwangere, die die Masern-Erkrankung bereits durchgemacht hat oder dagegen geimpft ist, gibt die Antikörper an das Baby weiter. Der sogenannte „Nestschutz“ schützt den Säugling etwa sechs Monate lang vor dem Masernvirus.

Inkubationszeit und Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit beträgt bei Masern etwa 10 bis 14 Tage. Anschließend kommt es zu einer akuten Infektion mit katharralischen Erscheinungen und zum Teil hohem Fieber. In diesem Stadium (Hauptstadium) sind auch die Koplikschen Flecken zu erkennen, die sich an der Wangenschleimhaut bilden. Am zweiten oder dritten Tag kommt es zu dem typischen Masern-Exanthem. Dieses beginnt meist hinter den Ohren und breitet sich dann über das Gesicht, den Rumpf und die Extremitäten auf den ganzen Körper aus (außer Fußsohlen und Handflächen). Die Augen schwellen an und entzünden sich. Gleichermaßen entsteht eine Lichtüberempfindlichkeit. Der Masern-Hautausschlag kann sich bis zu 14 Tage hinziehen, verblasst schließlich aber und löst sich in feinen Hautschuppen auf. Die Masern-Erkrankten sind vor allem in der Inkubationszeit bis zum Absinken des Fiebers im Hauptstadium ansteckend.

Die Phasen der Masern-Erkrankung

Die Masern-Erkrankung verläuft wie bereits erwähnt in zwei Phasen. Beide gehen mit Fieber einher. Wer bei seinem Kind typische Symptome feststellt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen, denn Masern sind keinesfalls als harmlos anzusehen.

Das Prodromalstadium (Vorstadium)

Etwa acht bis zehn Tage nach der Ansteckung mit dem Masern-Virus äußern sich bei den Betroffenen grippeähnliche Symptome wie Halsweh, trockener, schmerzhafter Husten, Schnupfen und leichtes Fieber.

Die meisten Menschen fühlen sich matt und müde. Sie leiden unter Bauch- und Kopfschmerzen. Des Weiteren stellt sich eine gewisse Lichtempfindlichkeit ein, bis hin zur Bindehautentzündung und tränenden Augen. Das Gesicht des Masern-Kranken wirkt geschwollen.

Am zweiten oder dritten Tag sind die typischen Koplik-Flecken an der Wangenschleimhaut zu erkennen. Die weißen Beläge ähneln Kalkspritzern und sind von einem roten Hof umgeben. Nach und nach steigt das Fieber und der gesamte Rachenraum rötet sich. Am Ende des Masern-Vorstadiums, das drei bis fünf Tage andauern kann, sinkt das Fieber wieder.

Das Exanthemstadium (Hauptstadium der Masern)

Auf das Vorstadium folgt das Stadium, das mit dem charakteristischen Hautausschlag einhergeht. Das Fieber steigt wieder heftig an. Auch die Masern-Symptome werden wieder stärker. Häufig sind die Lymphknoten am Hals geschwollen. Gleichzeitig tritt das Exanthem (griechisch: exantheo „ich blühe auf“) mit hellroten Flecken auf, die drei bis sechs Millimeter groß sind und ineinander fließen. Es kommt zu häufigen Fieberkrämpfen.

Zu Beginn tritt der Masern-Ausschlag hinter den Ohren auf. Dann wandert er über das Gesicht und den gesamten Körper. Nicht betroffen sind die Fußsohlen und Handflächen. Nach einigen Tagen färben sich die Flecken dunkler und werden bräunlich-violett. Nach vier bis sieben Tagen verblassen sie und gehen mit einer Hautschuppung in derselben Reihenfolge wie sie aufgetreten sind wieder zurück. Auch die anderen Beschwerden gehen nach und nach zurück. Nach etwa einer Woche sinkt das Fieber. Als nicht mehr infektiös gilt ein Patient erst dann, wenn der Hautausschlag nicht mehr zu sehen ist. Sofern es zu keinen Komplikationen kommt, ist der Patient nach etwa zwei Wochen wieder genesen.

Therapie

Die Masern werden rein symptomatisch behandelt. Eine Therapie, die die Ursache behandelt, ist nicht bekannt. Bei weiteren Infektionen (Sekundär- bzw. Superinfektionen) werden Antibiotika verabreicht.

Komplikationen bei Masern

Im Verlauf einer Masern-Erkrankung kann es zu weiteren Erkrankungen kommen. Dazu zählen Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und Meningitiden. Außerdem kann es zu einer Enzephalitis kommen.

Jahre oder sogar Jahrzehnte nach einer Maserninfektion kann es zu einer schweren Erkrankung des zentralen Nervensystems (SSPE) oder subakut sklerosierenden Panenzephalitis kommen. Diese Erkrankung geht aufgrund der zurückgehenden Masern-Fälle aber zurück. Besonders problematisch können Masern im ersten Lebensjahr sein, die häufig aufgrund des fehlenden Nestschutzes durch die Mutter auftreten (Eine schwangere Frau, die die Masern einmal durchgemacht hatte oder geimpft ist, gibt ihre Antikörper an den Säugling weiter. Dieser hält etwa sechs Monate vor.

 

Den Masern-Ausschlag behandeln

Das auffälligste Masern-Symptom stellt der fleckige, rötliche, mit Knötchen durchsetzte Ausschlag dar. Er bedeckt in vielen Fällen große Teile des Körpers. Nach drei bis fünf Tagen lässt er nach und heilt vollständig ab. Es ist nicht möglich Ausschlag bei Masern zu behandeln, um ihn abzukürzen oder zu beseitigen. Er gehört zu den regulären Symptomen der Viruserkrankung. Wie bei den anderen Begleit-Erscheinungen, zu denen Fieber, Husten und Entzündungen des Rachenraumes zählen, empfiehlt es sich, Maßnahmen zu ergreifen, welche die Folgen abmildern.

 

Mittel, um den Ausschlag zu lindern

Die roten Haut-Veränderungen bei Masern jucken in der Regel nicht. Dennoch sind sie ein Ausdruck einer generellen Schwächung des Organismus. Bis sich das Immunsystem erholt, braucht der Körper Ruhe. Der Patient vermeidet in dieser Zeit Stress und Aufregung. Er hält, soweit es geht, Bettruhe ein. Schlafen unterstützt den Erholungs-Prozess des Organismus und trägt dazu bei, dass der Ausschlag schneller verschwindet. Bleiben erkrankte Kinder nicht im Bett, achten Eltern darauf, dass sie sich schonen.

 

Ausreichende Flüssigkeits-Zufuhr fördert die Heilung

Die anderen Krankheits-Symptome bei Masern wie Fieber und Hals-Entzündung führen zu erhöhtem Flüssigkeits-Verlust durch Schwitzen. Es kommt zur Austrocknung der Schleimhäute. Außerdem belastet dies die durch den Ausschlag strapazierte Haut. Den Ausschlag bei Masern behandeln Patienten oder die Eltern, indem sie für ausreichend Getränke sorgen. Kindern fangen Flüssigkeits-Verluste schlechter auf als Erwachsene. Wasser, Saft oder Tee hilft, die Krankheit schneller zu überwinden und den Ausschlag nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

 

Trockene Zimmerluft und helles Licht vermeiden

Geringe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung belastet die Haut und trocknet sie aus. Darum achten betreuende Personen darauf, alle Räume, in denen sich Kranke aufhalten, regelmäßig zu lüften. Nasse Tücher auf Heizkörpern erhöhen die Feuchtigkeit und erleichtern es der Haut des Erkrankten, sich von dem Ausschlag zu erholen. Abgedunkelte Krankenzimmer im Hochsommer verhindern zusätzliche Belastungen durch starke Sonneneinstrahlung.

 

Den Juckreiz nachhaltig bekämpfen

Wer den Ausschlag bei Masern behandelt, hat nur am Rande mit Juckreiz zu kämpfen. Nach einigen Tagen, wenn die Hauterscheinung abheilt und sich Schuppen bilden, beginnt die Zeit, in der es juckt. Vor allem Kinder haben Schwierigkeiten, dem Drang, sich zu kratzen, zu widerstehen. Um Entzündungen und Narben vorzubeugen, hilft, ein kühles und feuchtes Handtuch auf die betroffenen Stellen zu legen. Bei normaler Haut reicht die Maßnahme aus, um den Juckreiz abzuschwächen. Hilft das Vorgehen nicht, unterstützen auf die betroffenen Stellen aufgetragene Feuchtigkeits-Cremes oder Gels die Linderung des Juckreizes. Parfümfreie Produkte, die Fett und Harnstoff enthalten, beseitigen sie das Jucken in der Regel. Alternativ empfiehlt sich ein Umschlag mit Joghurt oder ein Bad in Meersalz. Grundsätzlich gilt, die Haut während des Ausschlags mit ph-neutraler Seife zu waschen. Wer Cremes nicht mag, erhält in der Apotheke Hautpuder, der ebenfalls eine Juckreiz lindernde Wirkung entfaltet.

 

Ausschlag bei Masern zu behandeln steht nicht an erster Stelle

Die anderen Symptome der Krankheit, wie Fieber oder Husten, sind besonders für Kinder unangenehmer als der Ausschlag. Viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und gute Luftfeuchtigkeit reichen meist aus, dass die Hauterscheinung keine Schwierigkeiten bereitet. Tritt Juckreiz auf, helfen feuchte Handtücher, parfümfreie Cremes oder Hautpuder. Wer sich zusätzlich Gutes tut, isst Hühnersuppe. Dieses alte Hausmittel enthält Zink und Eisen als Inhaltsstoffe. Sie wirken Entzündungen entgegen und unterstützen die Haut, sich von dem Ausschlag zu befreien.

 

Quellen und Literatur:
/www.medizin-kompakt.de/erkrankungen/infektionen-3/infektionskrankheiten-nach-6-infektionsschutzgesetz/masern-seite-1

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